Hallig Hooge, 18.September 2013, Canon 600D
Hallig Hooge, 18.September 2013, Canon 600D

Bild der Woche: Inmitten der Nordsee

Das Bild der Woche kommt diesmal von Anita von Travelita, einer Schweizer Reisebloggerin, mit der ich im Juli das Vergnügen hatte bei Appenzell drei Tage zu wandern. Anita ist nämlich auch viel in den Bergen unterwegs und hat super Wandertipps für die Schweiz. Bei dem Bild hat es sie doch glatt in eine Berg-lose Region verschlagen…

Was ist auf dem Bild nicht zu sehen?
„Hast du dich verlaufen“, war die prompte Reaktion, als ich dieses Bild vor einem Jahr auf Facebook postete. Zugegeben, die Frage ist nicht ganz unberechtigt. Das Bild zeigt nämlich keine Berge. Wir befinden uns hier auf Hallig Hooge inmitten der Nordsee. Fern von meinen geliebten Berggipfel, blicke ich geradeaus in den Horizont. Eine plattgedrückte Landschaft, soweit mein Auge reicht.

„Inmitten der Nordsee“ trifft den Nagel dann auch so richtig auf den Kopf, denn die Halligen werden bei Sturmfluten überschwemmt. Landunter heisst es dann so schön und das kommt in der Regel so drei bis fünf Mal im Jahr vor. Damit nicht jedes Mal Hab und Gut zerstört wird, wohnen die Halligleute geschützt auf bis zu sechs Meter hohen sogenannten Warften. Die Warften bilden dann auch die einzigen Erhebungen weit und breit.

Was macht das Bild für dich so besonders? ¨
So fremd die einzigartige Landschaft der Halligen auf den ersten Blick scheint, so faszinierend ist sie. Hier tickt alles anderes. Man richtet das Leben nach der Natur. Die Gezeiten bestimmen, wann die Fähre die Halligen ansteuern können. Der Wind bestimmt, ob die Kinder mit trockenen Füssen in die Schule auf der Nachbarwarft kommt und die Zugvögel bestimmen, wie viel Gras nach ihrer Zwischenlandung für die Schafe übrig bleibt. Mich hat nicht nur die offene Landschaft und scheinbar grenzenlose Weite bis zum Horizont fasziniert, sondern auch die Einwohner, die ihr Leben au den Halligen um keinen Preis mit den Festlandbewohnern tauschen wollen.

Was sollte man an diesen Ort mitbringen?
Die Halligen sind der perfekte Ort zum Nichtstun. Einen Gang runterschalten, sich in einen Strandkorb setzen, aufs Wattenmeer blicken und dabei in Tagträume versinken. Oder ein Fahrrad mieten und gegen frischen Nordseewind fahren. Mitnehmen sollte man einen Feldstecher, um die vielen Vögel zu beobachten und auf den Dünen süsse Seehunde erspähen. Ebenfalls mit ins Gepäck gehört ein spannendes Buch, damit man sich damit einen Nachmittag in den Strandkorb kuscheln kann und die Welt um sich vergessen kann. Drittens empfehle ich, die Gummistiefel einzupacken. Eine Wattwanderung gehört hier zum Pflichtprogramm.

 

 

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