Rezept: Das beste Brot der Welt

Eins der Dinge, die ich auf längeren Reisen am meisten vermisse ist Brot. Gutes Brot. Eine Mischung aus Weizen- und Roggenmehl, innen luftig und außen knusprig. Auf gar keinen Fall süß oder in eckiger Toast-Form.

Seit zwei Jahren backe ich regelmäßig selbst Brot. Meistens Mischbrot, aber auch Baguette oder Kördelbrot (ideal zum Wandern) oder Fougasse. Die verschiedenen Versuche habe ich aufgeschrieben, umgeschrieben und weiter damit experimentiert. Das sah dann ca. so aus:

 

Mein absolutes Lieblingsbrot ist eine Variante des „No-Knead Bread“, also ein „Brot ohne Kneten“. Es basiert auf dem einem Rezept vom Standard und ich habe es ein wenig adaptiert. Ich nehme mir die Freiheit heraus zu behaupten: dies ist das beste Brot der Welt! Darin werde ich auch regelmäßig bestätigt. Oft werde ich nach dem Rezept gefragt und muss dann immer eine lange Reihe an Hinweisen hinzufügen, denn:

Das Brot gelingt immer, solange man ein drei Dinge beachtet.

  1. Das Weizenmehl muss von Spielberg Mühle (gibt es zB beim Denn Bio-Supermarkt) sein. Ich möchte hier keine Werbung machen und vermutlich gibt es andere Mehle mit dem es auch gut geht, aber ich konnte keins finden das so gute Eigenschaften hat. Type 550. Das Mehl enthält 12% Protein (recht viel im Vergleich zu anderen) und eignet sich einfach perfekt für einen luftigen Teig mit wenig Hefe.
  2. Man muss dem Teig mindestens 18 Stunden Zeit geben. Ich habe aber auch mit einem fast 24 Stunden-Teig Erfolg gehabt, danach trocknet der Teig leicht aus.
  3. Noch wichtiger sind die 2 Stunden nach dem Falten, die darf man den Teig nicht anfassen und muss ihn in Ruhe gehen lassen!

Das Brot Rezept

Zutaten

  • 335g Weizenmehl (Spielbergmühle, Type 550!)
  • 100g Roggenmehl (meiner Erfahrung nach geht das Bio-Mehl vom Hofer genauso gut wie das von Rauch oder Ja!Natürlich)
  • 12g Salz
  • 1g Trockenhefe
  • 350ml Wasser

Zubereitung

Alle Zutaten in einer großen Schüssel mischen, gut verrühren und abdecken. Meiner Erfahrung nach geht das am besten mit einem Plastikdeckel im Winter – im Sommer reicht ein Geschirrtuch. Nicht erschrecken das Rezept ergibt einen recht klebrigen Teig, den man auch gar nicht anfassen möchte.

Mindestens 18 Stunden stehen lassen an einem warmen, dunklem Ort. Wenn ich den Plastikdeckel draufgebe „lüfte“ ich 1-2 Mal während der 18 Stunden.

Teig auf eine bemehlte Fläche kippen und zusammenfalten. Ich gebe den bemehlten (so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig) Teig in einen Gärkorb. Den Gärkorb mehle ich vorher auch gut ein. Wer keinen Gärkorb hat, nimmt einfach eine frische, bemehlte Schale. Der Teig sieht jetzt sehr klebrig aus, riecht fein-fruchtig-säuerlich und wird sich noch zu einem richtig schönen Brot mausern.

Jetzt muss der Teig nochmal 2 Stunden gehen. Diesen Schritt darf man auf gar keinen Fall auslassen, sonst ist die ganze Arbeit umsonst!

Eine halbe bis dreiviertel Stunde vor dem Backen den Ofen (Heißluft) vorheizen. So heiß wie möglich und mit einem Blech drinnen. Kurz vor dem Backen zwei feuerfeste Schalen mit Wasser unten in den Ofen schieben.

Den nun fertigen Brotteig auf ein Backpapier kippen und auf das heiße Blech setzen. Die Tür für die nächsten 20 Minuten nicht mehr öffnen! Dann die Wasserschalen rausnehmen und weitere 10-15 Minuten backen. Erfahrungsgemäß ist es besser das Brot leicht anbrennen lassen (leicht!) als zu kurz backen. Wer mag kann den Laib auch in einem Bräter oder Topf backen. Ich finde es schön, aber nicht umbedingt notwendig.

Herausnehmen und auskühlen lassen. Richtig gut schneiden lässt sich das Brot erst, wenn es etwas Zeit hatte abzukühlen und zu rasten.

Pssst!

So, und zum Schluss noch ein Geheimtipp: am allerbesten schmeckt das Brot wenn man die doppelte Menge davon bäckt. Also, the more the better.

Das Brot schmeckt die nächsten 2 Tage frisch und gut, danach ist es entweder aufgegessen oder wer wirklich viel zu viel gebacken hat kann es auch einfrieren. Je nachdem wo und wie man es lagert hält es sich auch eine ganze Woche. Ich persönlich schneide es lieber in Scheiben und friere die in einem Beutel mit möglichst wenig Luft als Notrationen ein. Ich mag einfach kein altes Brot.

Rezept für ein einfaches, selbstgemachtes Brot.
Innen luftig und außen knusprig. So soll Brot sein!

Am besten schmeckt das Brot mit frischer Almbutter, vielleicht ein wenig Marillenmarmelade oder deftig mit Butter, Bergkäse, Essiggurken und grob gemahlenem Pfeffer.

Brot Varianten mit Gewürzen und Samen

Man kann den Teig mit verschiedenen Gewürzen anreichern, oder zum Schluss damit bestreuen. Folgende Mischungen finde ich gut:

  • Brotklee, zerstossener Koriander und gemahlener Kümmel im Teig
  • Sonnenblumen im Teig
  • Koriander und Sesam oben drauf
  • Leinsamen, Kümmel und Fenchel im Brot (alles gut für die Verdauung)

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Mittlerweile mache ich aber fast immer nur mehr das Originalrezept, das schmeckt einfach am besten.

Linktipps rund um gutes Brot

  • Wie man gutes Sauerteig-Brot traditionell im Holzofen backt, habe ich bei Roswitha Huber in der Schule am Berg im Rauristal gelernt! Leider ist es gar nicht so einfach einen Sauerteig im eigenen Heim bei Laune zu halten.
  • Viele, viele wunderbare und sehr herausfordernde Brotrezepte gibt es auf dem Plötzblog.
  • Die Mehltypen in Deutschland und Österreich sind nicht die gleichen! Hier gibt es eine Liste mit Infos zu den unterschiedlichen Typen.

Viel Spaß beim Nachbacken und guten Appetit.

Ich kann euch jetzt schon verraten, es wird köstlich! 

Wer Interesse an den anderen Rezepte hat oder selbst ein Lieblingsrezept teilen möchte –  einfach einen Kommentar hinterlassen!

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8 Comments

  • Hallo, danke für das gute und einfache Brotrezept, das ich auf jeden Fall nachbacken werde. Nur eine Frage : ist das ernst gemeint : 1 g Trockenhefe ? Wie bekomme ich denn ein einziges Gramm abgemessen ?
    MfG Heidi Gebhardt

    • Hallo Heidi,

      ja 1 Gramm! Am einfachsten ist es du öffnest beim ersten Mal ein ganzes Päckchen (normalerweise 7g) und leerst es auf einen Teller. Dann teilst du es in 7 Teile und nimmst einen davon. Wenn du einmal gesehen hast wieviel 1 Gramm ist kann man es für weitere Brote auch einfach schätzen. Bzw. meine Küchenwaage zeigt 1 Gramm auch an, das ist sicherlich nicht 100% genau, aber in etwa kommt es hin.

      Dank der Wärme und den 18 Stunden geht der Teig auch bei so wenig Hefe enorm auf, außerdem heißt das kein Hefegeschmack im Brot! Früher hab ich bei Broten oft einen ganzen Würfel Frischhefe verwendet, aber so schmeckt es mir viel besser. Ich denke durch den Gärungsprozess kommen dann die anderen Geschmacksnoten noch hinzu, die schon fast an ein Sauerteigrezept erinnern.

      Gutes Gelingen!

  • Oh jaaaa, dem kann ich nur zustimmen – auf der Reise vermisse ich immer wieder gutes Brot :) Vielen dank für den schönen Beitrag!!!

    • Gerne, das freut mich!!

      Leider hat man ja auch nicht immer alle Mehle/einen Backofen zur Verfügung. Ich bin dann oft auf der Suche nach einer German Bakery ;-)

  • Hallo Lea,
    wow, deine Back-Ergebnisse sehen ja wirklich alle superlecker und absolut perfekt aus! :-)
    Vielleicht probier ich das mit dem Brot auch mal, schließlich gibt es (fast) nix besseres als ein gutes Brot mit leckerer Butter….
    Auf Reisen fehlt mir auch das Brot immer als erstes, mit allem anderen kann ich mich eigentlich irgendwie arrangieren (außer bei sehr deftiger Küche nahezu ohne Gemüse), aber dieses geschmack- und konsistenzlose Weißbrot, dass man überall bekommt habe ich schon am zweiten Tag über!

    LG, Julia

    • Hey Kim!

      So heiß wie möglich (mein Ofen im Moment geht auf 225Grad) – und ganz wichtig: vorher gut vorheizen und den Teig dann auf das bereits heiße Blech platzieren, dann klappts am besten. Wenn der Teig recht weich ist und sehr auseinander geht dabei verkürzt sich die Backzeit etwas. Einfach das erste Mal in der Nähe bleiben und ein Aug drauf werfen, dann weißt du welche Temperatur-Zeit-Kombi bei deinem Backofen am besten ist.

      lg,
      Lea

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