Das Bayern Diplom oder die Sache mit den Bayern

Eins war mir immer schon klar. Es gibt Deutschland und es gibt Bayern. Deutschland ist groß, voller „Frikadellen“, „Tüten“ und Menschen die nach Dingen „gucken“ oder wohin „laufen“. In Bayern ist das zwar auch so, aber bisschen anders. Mag sein, dass es an der Bierkultur, den Bergen oder der ausgeprägten Vorliebe für Fleischgerichte liegt, aber die Bayern mögen wir Österreicher nun mal ein bisschen mehr als den Rest Deutschlands. (Sorry, liebe Berliner und der Rest, ich hab euch trotzdem ganz „doll“ lieb) 

Mein erster Kontakt mit Bayern erfolgte in Passau. Dort ist eigentlich alles wie daheim, nur die Telefonvorwahl war anders. Der zweite kam viel später erst. In der Uni. Da gab’s einige Deutsche, die zwar aus Bayern waren aber dann doch noch differenzierter ihre Herkunft betitelten. Oberfranken zum Beispiel. Ein wenig verwirrend ist das ja schon.

Und dann wäre da noch die Sache mit meiner Sprache. Als geborene Wienerin ernte ich selbst in Wien immer wieder verblüffte Blicke, wenn ich erkläre, dass ich doch tatsächlich Wienerin bin. Egal ob Wien oder Innsbruck, nach Bayern, oder „zumindest irgendwas nach der Grenze“ (hinter Kufstein) würden sich mich schon einordnen.

Ich finde das aber nicht weiter schlimm, schließlich gibt es in Bayern ganz viele nette Menschen. Besser gesagt, Bayern, die nach Österreich gekommen sind und in den letzten Jahren Teil meines Lebens geworden sind. Oder die, die ich auf Reisen kennengelernt habe und seitdem zu meinen Freunden zählen darf.

Die bayrische Brezn: Kulturgut, Gold und Treibstoff.
Die bayrische Brezn: Kulturgut, Gold und Treibstoff.
Na, wer weiß dafür das hier steht?
Na, wer weiß dafür das hier steht? *

Auf gutes Bier, a g’scheite Brezen und ab und zu mal die Lederne wird da schon Wert gelegt. Kommt mir gelegen, mein Dirndl trag ich ohnehin zu selten und wenn dann in den letzten Jahren nur am Oktoberfest in München. Während München nochmals eine ganz andere Geschichte zu sein scheint (ich beziehe mich hier auf die Meinungen meiner Lieblingsbayern), sind zum Beispiel die Rosenheimer durchaus ein mir recht sympathisches Völkchen. Gewisse Wolpertinger sind mir hingegen eher unverständlich geblieben.

Während ich mich nun etwas laienhaft weiterbilde, gibt es am Chiemsee eine neue Kampagne mit der man lernen kann, wie man so richtig bayrisch unterwegs ist. Erleben, was die Einheimischen leben. Das was wir als Reisende doch alle immer wollen. Hier kann man sich informieren (auch auf Bayrisch, wer’s versteht), wie man bayrisch isst, trinkt, sportelt und sich kleidet.

Noch sowas, was den Bayern im Blut liegt: tolle Zöpfe flechten.
Noch sowas, was den Bayern im Blut liegt: tolle Zöpfe flechten.

Yvonne (justtravelous) hat das direkt mal vor Ort ausprobiert. Ich sag nur: Respekt vorm Jodeln und fesch Mädl, das Dirndl schaut super aus!

Bayerisch für Anfänger – Ich so unterwegs in Bayern from Yvonne Zagermann on Vimeo.

Wer sich schon etwas auskennt, oder gar Experte zu sein meint, der ist bereit für den nächsten Schritt: das Bayern Diplom. Einfach gratis anmelden, Fragen beantworten, Preise gewinnen und Diplom-Bayer werden.

Ewig schade, dass diese Stutzen zur Männertracht und nicht zum Dirndl gehören!
Ewig schade, dass diese Stutzen zur Männertracht und nicht zum Dirndl gehören!

Durchaus eine Karrierelaufbahn, die mir erstrebenswert scheint. Schließlich ist es immer gut sein Wissen auf etwas solides zu stützen und nicht mit gefährlichem Halbwissen zu hantieren. Wobei ja meine Hand ins Feuer legen würde, dass kein Bayer so schnell ein Zipfer trinken würde, wenn er im Umkreis von 100km irgendwie an ein Augustiner oder Tegernseer rankommen kann. Oder, dass er die Brezen links liegen lässt, wenn sie kein Salz drauf haben. Und er den auf ebay geshoppten Dirndl der Oktoberfest-Amerikanerin nicht mehr als ein „jo mei“ abgewinnen kann. 

Geht es um Fakten, wie zB was denn nun „Oarscheim“ ist, auf welchem Gipfel die höchst gelegende Kirche Deutschland liegt oder wie nun alle drei Inseln im Chiemsee heißen… dann muss ich wohl noch Nachhilfe nehmen. 

 

* Auflösung: „Wer bläd frogt, zoid a Mass“ – Wer blöd nachfragt, zahlt mir den nächsten Liter Bier. Ich lasse mich übrigens gerne fragen :-)

Hinweis: Dieser Artikel wird euch präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Chiemsee-Alpenland.

 

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