Zirkusreifer Urlaub auf dem fliegenden Trapez im Club Med

Während alle anderen Kinder immer Prinzessin oder Feuerwehrmann werden wollte, wollte ich immer Cowboy werden. Doch da Cowboy etwas unrealistisch im Großstadtdschungel war, fiel meiner Wahl immer öfter auf „irgendetwas im Zirkus“. Was genau wusste ich nie so genau, denn ich konnte mich weder recht verbiegen noch Zaubertricks vorführen. Noch wollte ich so recht alleine auf Wanderschaft gehen und meine Eltern hatten sich für das Sesshafte Nicht-Zirkus leben entschieden, was ich im Volkschulalter manchmal ein wenig bedauerte. Aber ein bisschen umher hüpfen, über Stangen turnen und in Ringen durch die Luft fliegen war schon drinnen.

Statt im Zirkus zu leben, spielten wir eben „Zirkus“. Wie andere Kinder in der Prärie Indianer jagten oder Cowboys (je nachdem auf welcher Seite man das Spiel betrat), studierten wir stundenlang Zirkusnummern ein. Manchmal mit Hilfe von Turngeräten. Nur eins hatten wir nie, ein Trapez.

Zugegeben, wie andere Kinderträume (zB nach Disneyland fahren, das Fohlen im Wendy Magazin gewinnen, Meet & Greet mit den Backstreet Boys) hat sich auch dieser Wunsch mit der Zeit ein wenig in Wohlgefallen aufgelöst. Aber ganz vergisst man solche Träume dann doch nicht. Und so kam es, dass ich vor einem Monat Mitten auf Mauritius, in der Anlage des Club Med D’Albion stand und ein enormes Gespann von Stangen und Seilen bestaunte. Ganz oben: ein Trapez.

Da pochte mein plötzlich viele Jahre jüngeres Kinderherz plötzlich ganz laut und schnell und eine Stimme und mir rief: „tu es!“. Meine 27 Jahre lang angesammelte Vernunft entgegnete: “Jetzt schau doch mal zu und entscheide dann!“. Meine Leber hatte da auch noch eine Frage: „hattest du nicht gerade noch einen Cosmopolitan in der Hand?“, die in der Aufregung und dem inneren Stimmengewusel komplett unterging.

Ihr ahnt es schon. Es dauerte nicht lange. Und ich steckte in meinen Turnklamotten. Ruck zuck hatte ich einen Gürtel, so eng, dass selbst ich Kaiserin Sissi in ihren engen Korsetts Konkurrenz machen hätte können, um die Taille. Meine Kamera drückte ich einem Japaner („die wissen, wie man so etwas bedient“) in die Hand und schwupp die wupp kletterte ich die steile Leiter empor. Ohne Sicherung zu meiner Überraschung. Nun gut, sollte ich hier fallen, dann nur in Netz. Ein letzter großer Schritt (habe ich schon einmal erwähnt, wie praktisch lange Beine sind?) und ich stand auf der schmalen Plattform.

Einatmen, ausatmen, aufsteigen.
Einatmen, ausatmen, aufsteigen.
Erst Mutprobe: Trapez halten.
Erst Mutprobe: Trapez halten.
Huiiiii…
Huiiiii…

Eine kurze Intro und dann… tja dann muss man da durch, denn langsames Herantasten an den Flug von der Plattform gibt es nicht. Bein vor, am anderen Ende des Schwungs hoch und schnell am Trapez einhaken. Und dann besser nicht mehr weiterdenken, sondern einfach tun, was einem gesagt wird. Hände los, Kopf nach hinten, hurra!! da klatscht sogar das Publikum. Noch ein paar Mal auf und ab schwingen und auf Kommando nach unten. Das Kommando hilft den Popo zuerst ins Fangnetz zu setzen, um einiges bequemer als die Füße. Eine Vorwärtsrolle und man steht wieder am Boden. Das war der Hokuspokus!

Es war einfach toll.
Es war einfach toll.

 

Tja, manchmal staunt man auch am Trapez über sich.
Tja, manchmal staunt man auch am Trapez über sich.

 

Sichere Landung im Netz.
Sichere Landung im Netz.

An dieser Stelle sollte gesagt werden, dass sich nun wohl die Geister scheiden. In „danke, aber nie wieder“ und „nochmals, nochmals, nochmals!“ Wenn ich euch sage, dass meine Kniekehlen am nächsten Tag schwarz waren erratet ihr sicherlich zu welcher Gruppe ich gehöre.

Es erging mir wie jemand der zum ersten Mal fliegt, sich einen Felsen abseilt oder mit dem Snowboard durch einen Tiefschnee-Hang gleitet. Pures Adrenalin, war es das nach einem Cosmopolitan am Pool, einem ausgleichender Massage im Spa Bereich und einem Festmahl zum Abendessen geschrien hat. Nichts für schwache Nerven, dieser Ausflug in die Zirkuswelt. In dieser Nacht habe ich übrigens vom Fliegen geträumt. Am Trapez versteht sich.

Ruhepool des Clubs. Keine Animation und Zirkusallüren.
Ruhepool des Clubs. Keine Animation oder Zirkusallüren erwünscht.

 

Traumhaftes Mauritius.
Relaxen am Strand geht natürlich auch.

 

Auch hier kann man schaukeln, leider nicht so weit.
Auch hier kann man schaukeln, leider nicht so weit.

 

Good Night and good luck, ihr lieben Zirkuswesen!
Good Night and good luck, ihr lieben Zirkuswesen!

 

Weitere Infos zum Trapez fliegen im Urlaub:
Trapez fliegen kann man im Club Med D’Albion fast täglich zwischen 16 und 18 Uhr. Wer eine Woche Urlaub macht, wird kann sich danach sicherlich beim Zirkus bewerben. Zumindest beim Kinderzirkus. Außer auf Mauritius bietet der Club Med das fliegende Trapez in weiteren 16 Ländern und insgesamt 22 Resorts an. Wie wäre es also mal mit einem zirkusreifen Urlaub in Mexiko, brasikien, Marokko, Japon, Malaysien, Italien oder auch Guadeloupe? Da fliegt es sich bestimmt besonders gut.

Offenlegung: Danke an Club Med für die Einladung zur Pressereise und Alexandra von aviareps für die tolle Organisation und Betreuung. Alle Meinungen bleiben wie immer meine eigenen.

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1 Comment

  • Hey,
    das sieht ja nach einem tollen Urlaub und einer Mischung aus Entspannen und Sport aus. Wirklich sehr schön. Danke auch für die Tipps zum Trapez. Das interessiert mich sehr und ich würde es gerne einmal ausprobieren.

    Grüße
    Regina

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