Die Höttinger Alm im Hagelsturm. Geht auch.
Die Höttinger Alm im Hagelsturm. Geht auch.

Ein Plädoyer für den Wald

Einpacken, auspacken, einsteigen, aussteigen, putzen, arbeiten, backen, snowboarden, feiern, mehr arbeiten, Smalltalk führen, große Pläne schmieden, Nachts arbeiten, wichtige Entscheidungen treffen, mädchenhaft brüderlich einschlagen, sich für etwas entscheiden, lachen, weinen, traurig sein, durchatmen, lächeln, Bier bestellen. Das Leben ist manchmal ganz schön hart. Zugegeben, manchmal macht man es sich auch einfach hart. Aber das soll dann auch so sein. Und manchmal braucht man einfach eine Pause von allem. Eine Auszeit. Zum Beispiel im Wald.

Ein Plädoyer für den Wald. Als Stadtkind vergisst man manchmal den Wald. Er liegt so fern von dem Dickicht des Häusermeers und man gibt sich im Frühling, wenn die ersten Sonnenstrahlen sich zeigen mit seinem billigen Abklatsch – dem Park – zufrieden.

Es ist ein schöner Wald, der sich seit einiger Zeit direkt hinter meinem Haus erstreckt. Er ist erschreckend groß und weitläuftig, steil und mit vielen Wegen durchwachsen. Seitdem er sein weißes Kleid abgelegt hat, wird er nun jeden Tag grüner. Er lockt mit allen Mitteln die Menschen aus der Kleinstadt in seine Fänge. Auch mich hat er im Visier. Also packe ich am Wochenende ein paar Sachen in einen kleinen Rucksack und spaziere los. Ich wandere los. Lea und das Wanderglück. Wohin es mich wohl führen wird?

Es führt mich bergauf. Immer weiter. Ich staune selbst darüber, denn soweit war nicht geplant, aber meine Beine wollen nicht aufhören zu gehen. Und so führen sie mich in den Wald. „Hallo Wald,“ sagen sie. Es riecht nach Wald, das kann selbst ein Stadtkind von einem Park unterscheiden. In der Luft schwebt der frühlingshafte Geruch von Wald. Ein wenig modrig wo Rinde liegt, frisch und saftig wo das Gras wächst. Die ersten Pilze stecken ihre Köpfe durchs Moos und wollen das Tageslicht erhaschen.

Ich seh‘ was, was ich nicht seh‘ 

Auf den Blättern liegen schwere Regentropfen, die auch die restlichen Menschen vertrieben hat. Den Wald kann man ganz leicht für sich alleine haben. Samstags Abends bei Regenwetter zum Beispiel. Oder Sonntags im Hagelsturm. Soll es so sein. Soll es regnen, stürmen, wettern und ich soll schwitzen, gegen den Sturm laufen und den grinsenden Downhill Fahrern entgegen winken. Einfach mal in den Wald gehen. Viel öfters sollte man das machen.

 


 

 

 

 

 

Arzler Alm im Regen.
Arzler Alm im Regen.

 

Die Höttinger Alm im Hagelsturm. Geht auch.
Die Höttinger Alm im Hagelsturm. Geht auch.

 Wo? Hier!

Die Fotos stammen von einem Spaziergang zur Arzleralm und einer kleinen Hagel-Sturm und Drang Tour zur Höttingeralm. Die Arzleralm ist in ca 30min von der Hungerburg zu erreichen, die Höttingeralm in 1.5h (am Schild steht 2.5h, könnte auch stimmen, wenn man alles ausgeht, alternativ kürzt man über die Schiwiese/Seilbahnstrecke ab). Beides sind nette Hütten mit tollem Essen und einer schönen Aussicht.

 

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3 Comments

    • Vielen Dank! Ja, das kenn ich… das Meer hat für mich auch manchmal eine ähnliche Faszination, aber nur manchmal ;)

  • Ich bin im „Wald“ aufgewachsen, wohne im Moment aber in einer Großstadt. Mir gefällt beides. Aber ich bin froh, dass ich jederzeit meine Eltern besuchen kann und einfach die Ruhe im Wald genießen und abschalten kann :)

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