Unsere 1. Etappe

Mallorca GR221 | Von Deía nach Port de Sóller

Vom kleinen Bergdorf über Stock und Stein entlang der Küste in die Bucht von Port de Sóller. Eine verhältnismäßig kurze Wanderung am Fernwanderweg GR 221 mit wenigen Höhenmetern, mehreren Einkehrmöglichkeiten und einem wohlverdienten Sprung ins Meer am Ende des Weges. 

Mit dem Bus 210 fahren wir vom Hauptbahnhof in Palma de Mallorca in das kleine Bergdorf Deía. Am Weg müssen wir in einen anderen Bus umsteigen, keine weiß so genau warum. Der nun noch größere Bus windet sich die letzten Kurven zur Küste entlang in das kleine Bergdorf Deía.

Ein paar Meter hinter der Bushaltestelle gibt es einen kleinen Supermarkt, der auch Sonntags frisches Obst verkauft. Empanadas und spanische Pizzaschnitten gibt es auch. Wir schlagen zu. Dann geht es los, immer auf der Suche nach den schönen, schlichten und recht unauffälligen Wegweisern, die den GR221 ausschildern. Es geht bergab, bergauf, hin und wieder queren wir die Straße und stehen die ersten Rosmarinsträuche und Zitronenbäume. Thymian liegt auch in der Luft. Direkt am Wegesrand stehen immer wieder gigantische Villen, die im Mai noch großteils leer zu sein scheinen. Von hier ist es zwar ein richtiger Hatscher zum nächste Strand, die Villenbesitzer sind aber schlau und haben alle ihren eigenen Pool. Kein übler Ausblick für ein Ferienhaus auf Malle.

Auf diesem Stück kommen uns viele geführte Wandergruppen entgegen, das durchschnittliche Alter ist 50+ und die meisten kommen aus Deutschland. Ein anfangs schüchternes „Hola“ wird schnell zum „Hallo“, weil uns auch ohnehin alle ansehen, dass wir keine Spanier sind. Ein wenig ernüchtern. Ebenso wie die Empanadas aus der urigen Bäckerei, die unglaublich trocken sind und lieblos mit Hühnchen und Erbsen gefüllt sind. Ziel für den restlichen Tag: es muss mallorquinischer werden.

Rama Lama

Die Stunden vergehen schnell, wir erreichen in der Nachmittagshitze das Refugi Muleta und lassen es gleich hinter uns liegen. Bis Port de Soller führt nun nicht mehr der Wanderweg sondern eine Straße, dafür ist die Badebucht in Sichtweite. Am Weg kommt uns eine Frau entgegen mit einem pinken T-Shirt auf dem „Dinge Dong, Rama Lama“ steht. Unglaublich wie langsam man manche Worte liest bis sich ihr Sinn entschlüsselt. Und, wie lange die dazugehörige Melodie dann im Kopf bleibt.

Port de Soller 

Mit Blick auf den Leuchtturm erreichen wir die Bucht und suchen uns einen schattigen Platz am Strand. Das Meer ist erfrischend fein für eine Abkühlung. Nur die Duschen sind leider nicht in Betrieb, bis morgen bleibe ich wohl salzig-sandig. Auch wenn mich das normalerweise stört, irgendwie bin ich doch mehr der Süßwassertyp, jetzt ist mir das komplett egal. Wir faulenzen ein paar Stunden, hören den Spaziergängern zu, bestaunen die roten Engländer und entschließen uns dann doch noch ein Stück weiterzuwandern. Bzw. zu fahren.

Mit der Tram von Port de Sóller nach Sóller

Weil im Touri-Ort viele kleine Supermärkte offen haben und wir kein Bild im Kopf haben von Sóller kaufen wir teuer ein. Nur vom Besten. Fuet, eine Art Salami, frisches Baguette, Oliven mit Anchovis, Tomaten und eine Gurke werden unser Proviant für morgen sein. Mit der alten Bahn, die eine Attraktion für sich ist, fahren wir dann nach Sóller, wo sich mindestens genau so viele Touristen tummeln. Aber auch Einheimische finden sich am Platz vor der Kathedrale ein. Wir rasten und trinken was. Am Platz baut sich eine Band auf, die Live-Musik legt los und wenig später auch die Einheimischen. Es wird getanzt, im Kreis, nach unterschiedlichen Schrittfolgen und je nach Lied auch mit Schellen. Die alten Damen haben es drauf, die kleinen auch, ein paar verlorene schauen sich die Schritte ab.

Es firó – Der Abzug der Piraten in Sóller

Erst Tage später kommen wir drauf was hier gefeiert wird und der Grund ist kein schlechter. Jeden Montag nach dem zweiten Sonntag im Mai wird der Abzug der Piraten im Jahr 1561 (!) gefeiert. Um am Tag davor tanzt man sich wohl gemütlich ein.

In einem kleinen Restaurant am Platz essen wir köstliche Tapas und genießen das Treiben ringsum. Der Kellner spricht zwar immer noch astreines Deutsch, aber trotzdem kommt endlich mehr Inselfeeling auf. Als sich der Tag zu Ende neigt ziehen wir wehmütig los, wir brauchen noch einen Schlafplatz für die erste Nacht im Freien.

Der Weg ist ein Umweg. Ein sehr schöner, aber trotzdem angesichts des schwindenden Tageslichtes ein Umweg. Auch die Schultern schmerzen langsam und ich freu mich auf den Schlafsack. Kurz vor knapp bevor es Dunkel wird finden wir am Anfang der Schlucht von Biniaraix einen geeigneten Platz zwischen Olivenbäumen. Die Suche ist vor allem wegen der vielen Klo-Plätze am Wegesrand ein wenig mühsam. Ein dickes Schaf glotzt auch rüber, hält aber einen Respektabstand ein.

Mit der Dunkelheit kommt auch die Müdigkeit und bis auf ein paar unbequeme Steine unter meiner faltbaren Isomatte schlafe ich erstaunlich gut. Eine kurze SMS noch nach Hause, alles gut hier. 10 Uhr Abends und sage gute Nacht.

Die Etappe im Überblick

  • Kilometer 12,5km
  • Höhenmeter bergauf 523m
  • Höhenmeter bergab 326m
  • Dauer: ca 3:30 (+30 Minuten zum Strand vom Refugi)

Hier gehts weiter: Von Sóller nach Tossals Verds.

 

Überblick: GR221 auf Mallorca.
Überblick: GR221 auf Mallorca.
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