Unsere 3. Etappe

Mallorca GR221 | Von Tossals Verds zum Kloster in Lluc

Der Weg vom Refugi Tossals Verds bis nach Lluc ist zwar lang, aber angenehm zu gehen. Wer möchte kann einen Abstecher auf den Puig de Massanella machen, vor allem wenn es noch nicht so heiß ist, wohl ein lohnender Gipfel. Am besten startet man aber so oder so früh.  

Die Nacht in der Nähe des Refugi Tossals Verds war windig, aber nicht kalt. In meinem dicken Schlafsack sollte das auf Mallorca aber auch nicht passieren. Beim Zusammenpacken schaut ein Steinmader vorbei, ein neugieriges Kerlchen, das erst abhaut als ich meine Kamera zücke. Um Punk 8:00 gehen wir los, noch ist niemand am Weg.

Wir passieren das Refugi de Caca, offensichtlich ein humorvoll beschriebener Klo-Ort und einige andere Plätze, die vielleicht als Schlafplatz noch besser gedient hätten. Dann geht es bergauf über weichen Waldboden und im Schatten. Die Steigung ist stetig aber nie steil. Wir kommen gut voran und verschieben das Frühstück immer weiter nach hinten. Solange wir noch Schatten haben, gehen wir. Und ich trinke viel, immerhin will ich nicht, dass es mir so wie gestern ergeht.

Am Weg liegen immer wieder Weidetore.
Am Weg liegen immer wieder Weidetore.

Den Puig de Massanella lassen wir hinter uns, wäre es noch früher am Morgen wäre ein kleiner Abstecher auf den Gipfel durchaus verlockend. Aber jetzt wo die Sonne bereits scheint, erscheint es keine gute Idee.

Und dann gehen wir tatsächlich bis ganz oben. Mit Blick aufs Meer schmeckt das Brot von gestern richtig gut. Noch besser mit den Kräutern. Ich lehne mich an die Trockensteinmauer an, die hier am höchsten Pass des GR 221 steht auf 1.209m Höhe am Coll des Prat.

Verdientes Frühstück/Mittagessen.
Verdientes Frühstück/Mittagessen.

Der Wind ist trotz warmer Sonne kühl und ich bin doch froh was warmes anziehen zu können. Dann geht es weiter, bergab zum Coll des Telègraf. Auf diesem Wegstück sieht man mehrere Schneehäuser die als Speicherlöcher gedient haben um auch im Sommer „Eis“ zu haben. Nach einigen Metern bergab ab in das Tal Comafred, geht es wieder bergauf in Richtung Puig d’en Galileu. Noch einmal ein paar scharfe Kurven und dann geht es langsam aber sicher nur mehr bergab bis Lluc.

Klosterdisneyland Lluc und der Abbruch

Das malerische Klosterdorf Lluc entpuppt sich als viel besuchte Attraktion. Wir haben kleine Lust auf Eintritt zahlen, in der Mittagshitze mit Rucksack das Kloster zu besichtigen oder auf mehr Geld im Touri-Restaurant auszugeben, in dem sich jede Menge verschwitzter Rennradlfahrer stärken.

Weil wir den Bus bereits verpasst haben, stoppen wir eben Auto. Mit zwei schweigsamen Polen geht es nach Pollença und dann nach Port de Pollença. Endlich wieder baden.

Den ursprünglichen Plan um kurz nach 5 wieder in den Bus zurück nach Lluc zu steigen um morgen das letzte Stück zu gehen, verwerfen wir. Der Weg geht fast ausschließlich bergab und im Tal unten auch entlang der Strasse. Nicht sehr verlockend. Das Meer hingegen lockt enorm.

Abkühlung in Port de Pollença.
Abkühlung in Port de Pollença, hier sind besonders viele englische Urlauber am Strand.

Der Leuchtturm am Cap de Formentor

„Fahrt doch zum Cap de Formentor“ meint Nina. Tatsächlich fährt in einer halben Stunde ein Bus. Wir kaufen noch schnell fürs Abendessen und zwei, drei Bier ein und machen uns auf den Weg. Leider fährt der Bus nur bis zum Strand von Formentor, bis zum Leuchtturm ist es noch eine halbe Stunde mit dem Auto. Aber Autos gibt es fast so viele wie Rennräder, die hier entlang düsen. Eins davon nimmt uns mit. Wieder Polen.

Diesmal gesprächiger, aber auch autofahrtechnisch weniger talentiert. Die engen Kurven haben es aber auch in sich. Ich bin ganz froh beim Leuchtturm auszusteigen. Der Turm liegt schön, am schönsten sieht man ihn von der anderen Seite, die aber stark befahren ist. Also spazieren wir ein bisschen rum, machen von einigen Leuten Erinnerungsfotos und setzen uns dann zum Essen an die Klippe.

Cap de Formentor.
Cap de Formentor.

Ein wilder Bock kommt vorbei. Gottseidank geht er weiter, so ein Kampf ums Essen in Klippennähe erscheint mir nicht geheuer. Die Möwe ist eine besser Unterhaltung und ein dankbarer Abnehmer von Brotkrümeln.

Ansonsten gibt es hier nicht viel zu tun, Schlafplätze gibt es auch keine. Also stoppen wir wieder zurück. Diesmal sind es junge Leute aus England und Frankreich. Wir haben es lustig, stoppen am Weg für ein Foto von einer Bucht und kommen gut am Strand von Formentor an.

Hier ist genau gar nichts mehr los. Also bleiben wir hier.

Die Luxushäuschen sind kaum beleuchtet, vermutlich ist auch hier noch niemand zuhause. In der Buch ankert eine große Jacht mit Partysound, irgendwann bei Anbruch der Dunkelheit verstummt aber auch dieser. Stattdessen summen jetzt die Mücken, damit haben wir nicht gerechnet.

Was für ein Platz zum Zähneputzen.
Was für ein Platz zum Zähneputzen.
Sunset.
Sunset.

Die Etappe im Überblick

  • Kilometer 15 km
  • Höhenmeter bergauf 860m
  • Höhenmeter bergab 860m
  • Dauer: ca. 6:00

Wandern und Strandurlaub auf Mallorca

Mücken, Kälte, Wind. Die Nacht am Strand ist um vieles unbequemer als in den Bergen. Morgen muss ein Hotelzimmer her. Peter läuft in der Früh eine Runde, sein Schlafsack war wohl doch zu sommerlich. Meiner hingegen ist  fein warm und ich gönn mir eine Runde Schwimmen bevor wir den ersten Bus zurück in die Stadt nehmen wollen. Zu meiner Überraschung und großen Freude kommt aus dem Duschkopf am Strand warmes Wasser, eine Wohltat sondergleichen.

Der Bus kommt nicht. Wir warten und warten und irgendwann stoppen wir dann doch wieder ein Auto. Deutsche diesmal. Ebenfalls keine Fahrskills. Aber sehr nett. Der restliche Tag wird zum Reisetag, es geht nach Pollenca, Palma Stadt, zurück zum Flughafen um das Mietauto zu holen und dann in Richtung Cala D’Or. Nach dem drei Wandertagen haben wir uns das aber auch verdient…

Mehr über den Strandurlaub auf Mallorca in der Vorsaison hier.

Überblick: GR221 auf Mallorca.
Überblick: GR221 auf Mallorca.

 

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