Mini-Guide: Langeoog für Träumer


Nordsee Inseln: Norderney from escape-town on Vimeo.

„Die Insel fürs Leben“ so lautet der Werbeslogan der Nordseeinsel Langeoog. Eine verlockende Versprechung. Und Leben gibt es dort tatsächlich reichlich. Zwar wohnen nur knapp 2.000 Menschen das ganze Jahr über auf der Insel, dafür kommen umso mehr zwischen Frühling und Herbst hierher zu Besuch. Ob für einen Tag oder eine Nacht oder gleich eine ganze Woche. Viele von ihnen sind Stammgäste, waren in ihrer Kindheit bereits hier und verspüren jedes Jahr oder zumindest in regelmäßigen Abständen das Verlangen nach Langeoog. Ich bin Anfang Oktober Besucher für zwei Tage.

Hallo, Langeoog!

Mit der Fähre geht es los.
Mit der Fähre geht es los.
Über's Meer.
Über’s Meer. 
Die Neugierigen sitzen draussen.
Die Neugierigen sitzen draussen.
Von der Anlegestelle zum Ort geht es mit der Inselbahn.
Von der Anlegestelle zum Ort geht es mit der Inselbahn.
Hallo Langeoog.
Hallo Langeoog.
In den Dünen.
In den Dünen.

Es ist ein buntes Treiben das am Fährhafen von Bensersiel herrschaft. Viele reisen mit ihren Kindern und Hunden an. In nur einer Stunde ist die Anreise auf die Insel mit der Fähre und der Inselbahn, die einen direkt ins Ortzentrum bringt, geschafft. Einfacher haben es nur die Zugvögel, die jedes Jahr Mitte Oktober hier rasten, sich vollfressen und weiter in den Süden fliegen. Im Frühling werden sie wieder kommen. Und so verbringen Vögel und Besucher oft gemeinsam einen schönen Tag, genießen die kulinarischen Köstlichkeiten und lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Ganz entspannt, denn Autos und Stress gibt es hier nicht.

Für mich beginnt der Tag am Bahnhof, von hier sind es nur einige Schritte zum nächsten Fahrradverleih. In den Sommermonaten reserviert man am besten vor. Für müde Beine gibt es auch eBikes im Angebot. Oder man entscheidet sich für eine Kutschfahrt, denn die sind hier gang und gebe.

Ein guter Einstieg ist ein kleiner Erkundungsspaziergang durch das Inseldorf und zum Wasserturm, auf den man auch hinauf kann. Von oben hat man einen fantastischen Ausblick auf den Strand, das Meer und die Häuser ringsum. Die steile Wendeltreppe wieder hinunter geklettert steht man nun in den Dünen und jetzt sollte man der Versuchung mal eben kurz an den Strand zu gehen nicht widerstehen. Wer nur einen Tag Zeit hat, muss dann aber bald weiter, es gibt noch einiges zu sehen. In der Nähe befindet sich das Schifffahrtsmuseum, wo es hinter Vitrinen Miniatur-Nachbauten gibt. Ehe man sich versieht ist man in wilden Schifffahrtsgeschichten gefangen und kommt aus dem Staunen über Knochenschiffe und alte Gegenstände aus der Schifffahrt kaum mehr raus. Gleich neben an kann man einen Blick ins Nordsee-Aquarium werfen und gleich mal überlegen was man am Abend denn gerne speisen würde.

Mit dem Nachbau der Inselbahn hat alles begonnen.
Mit dem Nachbau der Inselbahn hat alles begonnen.

Sehenswert ist auch die Mini-Langeoog Ausstellung. Hier hat ein Junge die Insel mit Lego Steinen nachgebaut. Angefangen hat er vor 5 Jahren mit der Inselbahn und seitdem ist die Ausstellung immer größer geworden. Für Kids gibt’s hier auch Lego-Workshops.

Radtour auf Langeoog

Nun sollte man den Tag aber noch so richtig ausnutzen und mit den Leihrädern los in Richtung Meierei fahren. Acht Kilometer sind es und am Ende wartet eine leckere Dickmilch mit Sanddorn, Schwarzbrot und Kristallzucker auf hungrige Gäste. Ein traditionelles Rezept, das erstmals um 1930 hier so verspeise wurde und sich immer noch großer Beliebtheit erfreut. Früher gab es die Milchkühe daz noch direkt am Hof, inzwischen liefert eine Molkerei vom Festland die pasteurisierten Grundzutaten. Aber am besten lässt man sich einfach überraschen und probiert die Spezialität des Hauses selbst. Dazu vielleicht noch ein Tässchen Ostfriesen Tee – ein typischer Schwarztee mit Kandiszucker und Sahne. Der darf übrigens nicht gerührt werden.

Dickmilch mit Sandorn.
Dickmilch mit Sandorn.
Sanddorn wächst hier überall.
Sanddorn wächst hier überall.
Die Meierei.
Die Meierei.

Zurück geht es durch die Dünen, vorbei an unzähligen Hagebutten und Sanddornbüschen. Wem das zu schnell geht, der kann die Inselrundfahrt noch um einige Kilometer verlängern und bis zum östlichsten Punkt fahren. Hier kann man von einer Beobachtungsplattform aus den Seehunden beim Faulenzen zusehen.

Abends gibt es im Seekrug leckere Spezialitäten der Insel. Hier ist vieles selbstgemacht und man verwertet was der Boden gibt – vom Sanddorn bis hin zu den geschossenen wilden Hasen und Rehen. Später geht es noch in die Düne 13 zu Ron, hier trifft man sich auf ein schönes Glas Bier und Musik.

Seine Übernachtung plant man am besten länger vor, vor allem im Sommer ist oft alles ausgebucht. Ich habe im Retro Hotel übernachtet, ein bunter Blickfang für Fans der 70er Jahre.

Schlafen im Retrolook.
Schlafen im Retrolook.

Tag 2

Morgens geht es zum Strandsport mit Michelle. Dann ist man so richtig fit um weiter mit dem Sightseeing durchzustarten. Zum Beispiel könnte man der Grabstätte der Sängerin Lale Andersen (Lily Marlen!) einen Besuch abstatten oder sich im Wassermuseum über die Trinkwassergewinnung auf der Insel informieren.

Ein jeder Besucher macht irgendwann bei seinem Aufenthalt auch mal eine Wattwanderung. Es gibt schließlich einiges zu sehen im Naturschutzgebiet Wattenmeer. Alternativ widmet man sich den schönen Künsten und besucht einen Bernsteinschleifkurs beim geschäftigen Goldschmied. Oder man fröhnt dem Sport und hisst die Segel oder den Kite am östlichen Ende des Strandes. Kitekurse bucht man am besten bei Proboarder, das sind die Herrn die auch am Reschensee lehren.

Bei Regenwetter können alle Langeoog Card Besitzer (quasi alle Besucher) übrigens gratis in die Badewelt im Meerwasser-Erlebnisbad (Sauna extra).

Und so vergehen ehe man sich versieht zwei Tage, oder waren es gar drei?

Irgendwann will ich auch mal einen Strandkorb besitzen.
Irgendwann will ich auch mal einen Strandkorb besitzen.
Ausreichend Zeit sollte man immer für Strandspaziergänge einplanen.
Ausreichend Zeit sollte man immer für Strandspaziergänge einplanen.
Morgensport am Strand.
Morgensport am Strand.

Weitere Infos:
www.langeoog.de – alles zur Insel und der Langeoog Card

Preise:
Fähre (hin/her) mit Gepäck: 24,70€ für Erwachsene, Kinder (6-15) 14,80€
Gepäckstücke muss man übrigens abgeben um 3€
Kurbeitrag pro Tag: 3,50€ in der Hauptsaison

Dieser Beitrag ist im Laufe der Kooperation #meinniedersachsen zwischen dem Reiseblogger Kollektiv und dem Reiseland Niedersachsen entstanden. 

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