Pantelleria, Foto: flickr: fiordifelce

Pantelleria, Kapern und die Reiselust

Diesen Artikel widmet euch Vivere Pantelleria, ein Zusammenschluss der Hotels, Ferienresidenzen, „Dammusi“ und Resorts bis zu Ferienhäusern und Ferienwohnungen auf Pantelleria. Er wurde unabhängig davon von mir verfasst.

Pantelleria ist eine kleine italienische Insel im Mittelmeer. Sie liegt zwischen Sizilien und Tunesien und ist überschaubarer 83m2 groß. Ihr Name stammt aus dem arabischen und heißt übersetzt soviel wie „Tochter der Winde“. Auf den vulkanischen Böden der bergigen Insel bauen die rund 7700 Einwohner vor allem Wein und Kapern an. Letztere sind auch als „schwarze Perlen“ des Mittelmeers bekannt und das nicht weil sie so hübsch aussehen, sondern weil sie so unverschämt gut schmecken.

Terrazza sull'Africa, Foto: viverepantelleria
Damuso Elvis, Foto: viverepantelleria

Reisen nach Namen 

Ihr kennt das, eine Schwarzwälder Kirschtorte im Schwarzwald, ein Hamburger in Hamburg und ein Wiener Würstchen in Wien. Obwohl die Wiener es doch Frankfurter nennen. Macht nichts, dafür essen die Wiener dann in Frankfurt einen Frankfurter und die Frankfurter haben was zu Köpfe schütteln. 

Regionale Produkte zu entdecken und die besten mit heim zu nehmen ist für mich Teil des Reisens. Nein, es ist mehr. Ich kann gar nicht ohne. Mittlerweile ist es sogar umgekehrt und ich reise für bestimmte Produkte in andere Länder. Ich mag das. Denn erstens ist das Ziel damit klar definiert und es macht mich vor, während und nach der Reise glücklich.

Foto: viverepantelleria
Foto: viverepantelleria
Foto: viverepantelleria
Foto: viverepantelleria

Die Kapern von Pantelleria gehörten zu diesen Lebensmitteln, die Fernweh und Reiselust in mir hervorrufen. Es ist schon eine Weil her da durfte ich sie in einem italienischen Restaurant der Spitzenküche verkosten. Ich mochte Kapern immer schon gerne, besonders die eingelegten Blätter mit den dünnen Ästen auf denen noch Dornen pragen, haben mich schon immer fasziniert. Erstaunlicherweise kann man diese sogar essen und noch erstaunlicher: sie schmecken wunderbar. Ebenso wie die Knospen. Kapern sind nämlich die Knospen der Pflanze, sieht man ab von den Kapernbeeren, die es auch eingelegt bei uns zu kaufen gibt.

Dank des besonderen Klimas werden die Kapern auf Pantelleria besonders gut. Mag sein, dass die „Tochter der Winde“ dazu beiträgt. Oder vielleicht ist es auch die spezielle Einlegetechnik. Vermutlich ist ein Teil davon ein Geheimnis, das man nur mit viel Geduld und einem persönlichen Besuch auf der Insel zu lösen vermag.

Und so entsteht sie, diese Essens-Reiselust. Denn plötzlich sind die gekauften im Gourmet-Supermarkt nicht mehr gut genug. Weil man weiß, dass es was besseres gibt und auch wo es das zu holen gibt.

Es ist also ein durch und durch menschliches Bedürfnis, diese Sehnsucht einmal im Leben nach Pantelleria zu kommen. Entweder fliegt man (zB über Mailand) oder fahrt mit der Fähre (5-7h) oder dem etwas schnelleren Tragflügelboot von Sizilien aus (2,5h).

Vor Ort erwartet einen eine Insel die optisch an Schottland erinnert, mit subtropischen Temperaturen. Rund um den Felsen, der aussieht wie ein Elefant (und deswegen auch so genannt wird: „Arco dell’elefante“) kann man gut schnorcheln. Das Landesinnere lädt zum Wandern ein, soweit es die Temperaturen zulassen. Abkühlung findet man in den blauen Buchten. Die Orte sind von traditionellen, arabisch beeinflussten Häuser geprägt. Diese heißen „Dammusi“ sind meistens einstöckig, weiß getüncht und halten die Hitze auch untertags fern.

Abends wartet dann die typische Pantelleria-Küche mit herrlichen Einflüssen aus dem Norden und dem Süden auf Besucher mit regionalen Weinen.

Und natürlich, den Kapern.

 

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