Philippinen: Mein kleiner Guide

Die Philippinen sind so groß und vielseitig, dass es Anfangs schwer fällt einen Überblick sich zu verschaffen. Welche Insel liegt wo, wo ist wann Regenzeit, was muss man wo beachten und was tut sich eigentlich politisch in dem Land? Auf meinen zwei Philippinenreisen (2014 und 2016) habe ich so einiges gesehen. Was mir am besten in Erinnerung geblieben ist?

Die Herzlichkeit der Menschen und die unfassbar schönen Orte.

Leuchtend blaues Meer, weiße Sandstrände, köstliche Mango-Shakes und strahlend grüne Reisfelder. Wer ein paar Brocken der Sprache Talog lernt, einen Blick in die (englischsprachigen) Zeitungen wirft und sich mutig durch die Speisekarte kostet, findet schnell Zugang zu den Menschen. Man muss sich nur wagen über „Where are you from?“ hinweg zu steigen und sich weiter zu unterhalten.

Philippinen Reisetipps für Rundreisen und Strandurlaube von Einheimischen, anderen Reisenden und meine persönlichen Erfahrungen.

Philippinen

Guide

Manila

In und rund um die Hauptstadt Manila leben knapp 20 Millionen Menschen. Ein gutes Gespür wieviele das sind, bekommt man bereits am Weg im Taxi vom Flughafen in die Stadt. Die meisten Reisenden übernachten in Makati, dem Businessviertel der Stadt. Unter anderem, weil es gut an den Flughafen zur Weiterreise angebunden ist. Im Stau steht man so oder so früher oder später.

Wer mehr Zeit in Manila verbringt kann in 1-2 Tagen die anderen Stadtviertel erkunden, den bewohnten Nord Friedhof sehen, eine Food-Tour durch Binondo Chinatown machen und die historischen Gebäude und Schauplätze, die im zweiten Weltkrieg verschont wurden, besuchen. Dazu zählt Intramuros samt einem Museum das dem Nationalhelden José Rizal gewidmet ist, das Manila Hotel, die Manila Cathedral, die auch der  der Rizal Park mit und am anderen Stadtende in der Nähe von Makati auch der amerikanische Friedhof. Zu den luxuriösen Unterkünften in Makati zählt das Peninsula Manila und das Shangri-La

Ich persönlich komme immer wieder zum Schluss, dass Manila ein guter Ausgangsort ist oder Zwischenstop, aber mehr als 1-2 Nächte muss man hier nicht verweilen. Dafür bietet das restliche Land zu viel.

Reiseroute Norden: North-Luzon Rundreise ~10 Tage

Am ersten Tag geht es von Manila nach Baguio, teils über recht kurvige Straßen. In Baguio erwartet einen das Camp John Hay, in dem es sich die Amerikaner gemütlich gemacht haben bis der erste Weltkrieg ausbrach. Viel scheinen sie nicht zu tun gehabt zu haben, der Cementary of Negativism, ein recht Friedhof der negativen Gedanken mit kleinen Comic-Figuren auf den Grabsteinen zeugt davon. Baguio selbst ist die Stadt der Blumen, diese werden zB am Aussichtspunkt verkauft. Die Stadt hat sonst meiner Meinung nach recht wenig Charme und geht eher in den Abgasen der vielen Autos unter. Für Touristen aus Manila sind die Erdbeer-Felder zum Selbstpflücken der letzte Schrei. Hier werden auch diverse Produkte, wie fermentierter Heidelbeer- oder Erdbeer-Wein verkauft. Eine Herausforderung für Weinliebhaber und ein Genuss für Abenteurer.

Weiter geht es nach Vigan, die spanisch-chinesisch-mexikanische Architektur aus Kolonialzeiten, das Kopfsteinpflaster und die kalesa Pferdekutschen schicken einen unweigerlich auf eine Zeitreise. Das Hotel Luna ist ein wunderbarer Ort zum Übernachten, und die hoteleigene Dachterrasse eine kleine Wohlfühloase.

Die Kordilleren der Philippinen

Fast einen ganzen Reisetag muss man einplanen um von Vigan nach Sagada in die Berge zu weiterzufahren, öffentlich fast unmöglich. Belohnt wird man mit ersten Reisfeldern und angenehm frischer Luft. Die Straßen sind nichts für Angsthasen und in kleinen Autos fühlt man sich deutlich sicherer als in großen Bussen. In Sagada gibt es hängende Särge und Geschichten von Geistern zu erleben. Die geführten Touren durch Höhlensysteme werden nur mit einer Gaslampe ausgeleuchtet, dafür darf man nachher stolz sein „I survived T-Shirt tragen“. Wanderungen können hier gebucht werden. Und in der Ortsmitte warten ein kleines Museum und ein köstliches Yoghurt House auf Gäste. Ebenso wie ein vegetarisch-veganes Restaurant. Ein schöner Ort zum Entspannen und Frischluft atmen.

Banaue ist einige Stunden entfernt und das Zentrum der Reisterrassen, die zum UNESCO Welterbe ernannt wurden. In Banaue selbst gibt es nicht viel zu sehen, die Ausflüge und schweißtreibenden Wanderungen sind jedoch ein absolutes Highlight! Auch das kleine Dorf Tan An ist einen Besuch wert. Von hier ist es eine Tagesreise zurück nach Manila.

Am Weg zurück liegt nach Bacolor, die Stadt, die während des Vulkanausbruchs des Pinatubos (1991-1993) komplett in Asche versunken ist. Einige Kirchen sind teils wieder ausgegraben worden und können besichtigt werden!

Meine Route: 2 Nächte Manila (davon 1 Tage Stadttour und Binondo Food Tour), 1 Nacht Baguio, 2 Nächte Vigan, 2 Nächte Sagada, 2 Nächte Banaue (hätten gerne auch 3 sein können mit einer 2-Tageswanderung) und retour nach Manila mit Stop in Bacolor (Ankunft Abends in Manila). Allerdings mit privatem Fahrer – öffentlich geht es auch, dauert aber länger. Allen, die in einer kleinen Gruppe reisen würde ich ein privates Auto mit Fahrer absolut empfehlen, zu 4-6 ist es auch nicht mehr teuer und die Zeitersparnis enorm. Außerdem kann man mal anhalten wo’s schön ist. 

Palawan | El Nido

El Nido ist in den letzten Jahren immer mehr aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und hat sich von einem kleinen Fischerdorf in einen aufblühenden Backpacker-Ort verwandelt. Die vielen Restaurants bieten köstliche, internationale Gerichte, das Bier ist günstig und die Ausflugsoptionen vielseitig und oftmals schon bei Hotelübernachtungen inkludiert. Auf die Hügel ringsum wandern, klettern, kajaken und Island Hopping Tours zur Big Blue Lagoon und anderen Orten, wie aussehen, wie als wären sie einem Urlaubskatalog entsprungen, sind die Highlights. El Nido wird direkt von Manila angeflogen, hier kann man sich gut 3-5 Tage die Zeit vertreiben. Ein Philippinen-Klassiker.

Puerta Princesa (5-6h entfernt) ist der andere Hotspot auf Palawan, hier sind vor allem Ausflüge zum Subterrain River, dem unterirdischen Fluss beliebt.

Pangalusian Resort (Bacuit Archipel)

Mit dem Boot von El Nido aus werden die Gäste des 5 Sterne Hotels auf die philippinische Insel gebracht, die wirklich wunderschön liegt. Das gesamte Sport/Ausflugsprogramm ist inklusive und die Treetop Canopy Villen mit einer Terrasse und Badewanne sehr luxuriös.

Amanpulo Resort (Pamalican Island)

Aman ist eine weltweite Hotelkette, die sich die schönsten Orte der Welt aussucht für ihre 5* Niederlassungen. Amanpulo gehört eine gesamte Insel auf den Philippinen namens Pamalican. Auf der stehen Villen (mit Butler) und Casitas, die meisten mit privatem Strandzugang. Drei Restaurants verköstigen die Besucher. Direktflüge ab Manila im 15-Sitzer des Hotels.

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Weitere Reiserouten und Ideen für Rundreisen:

Südlich von Manila

Von Manila aus geht es nach Pico de Loro, einem markanten Monolithen der in rund 2 Stunden bestiegen werden kann. Nächster Tag, nächster Stop: Tagaytay, von wo aus man bereits auf den Taal Vulkan blickt – ein Vulkan mit einem See, in dem wieder ein Vulkan steht mit einem See. In 45min Bootsfahrt erreicht man den Vulkan und wandert ca eine halbe Stunde zum Krater hinauf. Danach geht es weiter nach Anilao zum Tauchen. Mit dem Boot kommt man von hier nach Mindoro. Hier kann man sich 1-2 Tage Porto Galera und Umgebung anschauen. Dann gehts weiter nach Boracay – dem Strand-Party-Kitesurf Paradies schlechthin. Von hier gehen regelmäßig Flüge retour nach Manila.

Tauchurlaub auf den Philippinen

Tubbataha Reefs Natural Park ist allen Berichten nach das absolute Highlight. Das Reef liegt in „the middle of nowhere“ und kann nur mit Bootsreisen besucht werden. Anilao hingegen liegt nur 3h südlich von Manila und ist sehr gut zu erreichen. Bei Donsol kann man Walhaie sehen.

Mit dem Boot in abgelegene Gewässer

Freunde sind letzten Frühling mit dem Anbieter Tao Philippines 5 Tage (4 Nächte) lang von Coron nach El Nido mit dem Boot gefahren und waren hellauf begeistert. Für den Trip des Eco-Tourismus-Projekts muss man sich bewerben, die Gruppen werden zusammengestellt. Man legt in entlegenen Buchten an, der Kapitän ist ein früherer Pirat und das Frischfleisch wird auch mal an Deck geschlachtet. Abenteuer gemischt mit Cocktails und einer internationaler Reisegruppe. Kostenpunkt: ab 500€ ab Coron oder El Nido.

Surfen auf den Philippinen

Siargao ist der Hotspot schlechthin, das hat sich auch bis zu mir durchgesprochen. Für weitere Tipps schaut mal hier.

Auf der Suche nach den schönsten Inseln auf den Philippinen

Auf meiner Suche nach den schönsten Inseln, bin ich folgende gestossen:

  • Caramoan Islands: hier rennen ab und zu Nackte herum für die eine oder andere Fernsehserie, wie zB Survivor, etc.
  • Kalanggaman: in der Nähe von Cebu und noch immer ohne Strom.
  • Pamalican: hier kommt man nur mit einer Hotelübernachtung im exklusiven Amanpulo Resort her, Kostenpunkt 1000USD die Nacht. Die Insel selbst? Wunderschön!
  • Bacuit Circuit: die Inseln rund um El Nido. Im Lonely Planet steht, dass man wenn man sich wie Robinson Cruso fühlt, man auch einfach ein Zelt irgendwo aufschlagen kann. Wie das praktisch ablaufen soll ist mir leider immer noch nicht ganz klar.

Reisewarnungen

Seit 30. Juni 2016 ist der neue philippinische Präsident Duterte an der Macht und der greift mit eisiger Hand durch bei Drogendealern und Süchtigen. Seine Aussagen gegenüber Frauen und Vergewaltigungen sind für uns nicht nachvollziehbar, aber seine reißerische Art kommt im Land gut an. Fakt ist obwohl viele Ort sicher sind, es gibt Gebiete, die man besser meidet als Tourist. Dazu zählen zB die südlichen Inselgruppen und der Großteil Mindanaos. Einen guten zusammenfassenden Artikel zu dem Thema gibt es auf Kurier.at.

Meine weitere Bucket List für die Philippinen

Auf Amanpulo hab ich mich in die Keramik-Tassen und Schalen verliebt, drauf stand nur „Mt Pinatubo“. Ein bisschen Recherche hat ergeben, dass diese bei UGU Bigyan’s Potter Garden südlich (Mt Pinatubo liegt nördlich) von Manila hergestellt werden. Anders gesagt hier würde ich gerne shoppen, alles in eine große Kiste packen und heimschicken.

Am Weg liegt praktischerweise das Villa Escudero Resort wo auch jenes Restaurant zu finden ist, das in einen Wasserfall hineingebaut wurde. Cool! Weil es von hier nicht mehr weit zum Taal Vulkan und Mt Pico de Loro ist, die beiden Stops auch gleich noch.

Auf meiner Liste steht auch das Tubbataha Reef ganz oben, das man nur mit einem Live-aboard Tauchboot erreicht. Die Trips dauern immer circa eine Woche ab Batanges oder Porto Princesa.

Auch reizen würde mich eine Reise ins Dedon Resort, das ich mir als kleines Möbel-Paradies vorstelle.  Und ich mag schöne Möbel. Noch mehr mit Meerblick…

 

 

*Alle Empfehlungen sind 100% subjektiv durch meine Reisen auf den Philippinen entstanden. Orte, wo ich noch nicht selbst war wurden mir von Locals und anderen Reisenden empfohlen. 

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2 Comments

  • Hallo lea, ich heb dann in 12 Tagen auf die Philippinen ab. Eine Deiner Reisebeschreibungen werde ich als Ziel heranziehen. Ich starte diesmal von Innsbruck aus, vor ein paar Jahren undenkbar wegen der Preise. Und nun geht es plus Direktankommen auf der Zielinsel, Cebu Mactan. Hab dort eine mir bekannte Familie.
    Mir gehts weniger um die Vielzahl an Attraktionen, es sind mehr das Wegsein an sich und die persönlichen Kontakte. Ein paar Tage (sind nur 10) Entspannung und Versprecheneinlösen.
    Duterte muß man weniger fürchten, es spielt sich alles mehr im Hintergrund ab, zuvor geschah vieles innerhalb der Drogendealer. Deshalb findet er starken Rückhalt bei den Philippinos. Seine mediale Anwesenheit ist in der Tat Teil seines unbeherrschten Wesens.
    Bis bald aus Cordova!

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