Regen, Fußball und die schönsten Geschichten der Färöer Inseln

Wo ich her bin will der gute Mann, der uns soeben vom Flughafen abgeholt hat, wissen. „Aus Wien,“ sage ich und will gerade ansetzen zu erklären, wo genau das liegt, als er plötzlich laut und herzlich lacht, sich umdreht und sagt „Austria? We love Austria!“ Woran das liegt? Am 12. September 1990 und einem Holzhändler, der gleichzeitig einer der besten Schachspieler seines Landes war. Und an diesem Tag ein Fußballheld. Denn Torkil Nielsen schoss an jenem Tag das 1:0 gegen Österreich und kickte damit Österreich aus der EM-Qualifikation. Well done, endlich ein Land, wo jeder genau weiß woher ich herkomme.

Vom Winde verweht. Auf den Faröer Inseln im November.
In manchen Ländern warten die tollsten Geschichten darauf entdeckt zu werden.

Ich bin noch keine 30 Minuten im Lande und schon fangt es an mit den unzähligen Geschichten. Von Fußballspielern, Schafsköpfen und den drei Ampeln, die es hier gibt. Mehr sind auch nicht notwendig, die rund 48.000 Einwohner verteilen sich auf den 18 Inseln ganz gut.

Das Spiel wurde damals im schwedischen Landskrona ausgetragen und die heimkehrenden Spieler von 20.000 Menschen bei ihrer Rückkehr willkommen geheißen. Also, fast die Hälfte der Bevölkerung der Färöer!

Landen will hier geübt sein.
Landen will hier geübt sein.

Nicht minder beliebt war im Jahre 1990 ein Mann namens Jens Martin Knudsen, ein Kraftfahrer der Fischfabrik in Runavik. Er war an jenem Tag der Torwart der Faröer und lies keinen österreichischen Ball durch. Ein Nationalheld mit weißer Zipfelmütze (seinem Markenzeichen, das seiner Mutter einen Schutz des Kopfes signalisieren sollte nach einem Schädelbasisbruchs).

Eine Niederlage sondergleichen, sagen die einen, für die anderen war es ein Ereignis sondergleichen. Und für mich als Fußball-Atheist ein glücklicher Zufall, denn immerhin kann ich hier jedem mit nur einem Satz ein Lächeln abgewinnen.

Abgesehen vom Fußball sind mir die Färöer Insel als wunderschöner, sehr weit abgelegener Ort in Erinnerung geblieben. Nass und kalt war es zudem auch, kein Wunder, Anfang November muss man schon viel Glück mit dem Wetter haben. Die meisten Strecken haben wir im Auto mit dem konstanten Geräusch des Scheibenwischers verbracht. Regen-Nostalgie, wie sie im Buche steht. Kommt mit auf eine kleine Bilder-Reise…

 

 

 

 

Gásadalur auf Varga wurde erst vor einigen Jahren mit einem Tunnel mit der Aussenwelt verbunden.
Gásadalur auf Varga

Der kleine Ort Gásadalur wurde erst vor einigen Jahren mit einem Tunnel mit der Aussenwelt verbunden, anfangs besassen nur manche Einwohner des Ortes den Schlüssel für den Tunnel, inzwischen ist er aber für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden und das Dorf seitdem tatsächlich gewachsen. Nur der Postbote, der früher über den Berg steigen musste, ist jetzt nicht mehr ganz so fit wie früher.

Manche Schafe tragen hier reflektierende Fußfesseln, damit sie von Autofahrern schneller erkannt werden.
Manche Schafe tragen hier reflektierende Fußfesseln, damit sie von Autofahrern schneller erkannt werden.

Schafe sieht man zu jeder Jahreszeit auf den Inseln, im Winter halten sich die Tiere auch gerne auf den Strassen auf und lecken das Salz von der Strasse. Dann haben sie es nicht so weit hinunter wie bis zum Meer. Gekochte Schafsköpfe werden hier übrigens auch gerne verspeist.

Viele Häuser haben traditionelle Grasdächer, die sind bei Gewitter erprobt.
Viele Häuser haben traditionelle Grasdächer, die sind bei Gewitter erprobt.

 

 

Unten Regen, oben Schnee.
Unten Regen, oben Schnee.

 

Manche Inseln sind hier auch per Tunnel miteinander verbunden.
Manche Inseln sind hier auch per Tunnel miteinander verbunden.

 

 

Panta rhei.
Panta rhei.

 

 

Festhalten was geht, sonst fliegt es davon.
Festhalten was geht, sonst fliegt es davon.

 

Tórshavn, die Hauptstadt.
Tórshavn, die Hauptstadt liegt direkt am Meer.

 

Good night and good luck, Tórshavn.
Good night and good luck, Tórshavn.

 

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