Roadtrip: Abseits zwischen Pampa und Anden

Es ist eine Reise ins Nichts. Einerseits weil ich diesmal wirklich nicht weiß wohin es gehen soll und andererseits steht bald fest, dass es dort, wo wir hinfahren, nicht viel ist, außer Natur und blauem Himmel. Eric der Organisator, der die abenteuerliche Reise für MINI geplant hat und begleitet, lässt auch noch nicht viel erahnen. Für ihn gilt:“The sun is my only boss“. Wir lachen ein wenig und wissen noch nicht, wie schnell auch wir lernen werden, dass das Tageslicht auch unsere nächste Woche bestimmen wird.


MINI Adventure Trip Argentinien from escape-town on Vimeo.

Wir starten in Cordoba. Ja, da wo damals… Fußball und so, genau. Christoph und ich fahren vom Flughafen los und mit unserem fabrikneuem Auto am Stadion vorbei. Von nun an wird es nordwärts gehen. Das Ziel liegt irgendwo bei Jujuy in der Nähe in acht Tagen. Acht Tage in denen wir an Orte kommen, an die wir vermutlich nie wieder kommen werden. Manche werde ich mit etwas Wehmut verlassen, wäre es doch schön hier noch länger zu bleiben. Andere werde ich verabschieden und froh sein, nie wiederkehren zu müssen. Und trotzdem werden sie gut in Erinnerung bleiben, als Teil der Reise. Als Teil eines Experiments.

Argentinien_Roadtrip

Die Autos sind genau so ausgestattet wie man sie am Autohändler auch bekommen würde. Plus einem Gepäcksträger mit Ersatzreifen und Benzinkanister. Der Countryman ist ein Allrad Auto und etwas größer als die kleinen, niedlichen MINI. In einer Woche holen wir aus dem Auto heraus was wir können und bleiben dabei eins von zwei Autos (aus insgesamt 15), die keinen einzigen Reifenplatzer haben. Wir haben selbst unsere Stoßstange noch als wir nach genau einer Woche das Auto wieder abgeben. Die anderen sehen teilweise schlechter aus. Aber da sind sie alle, geschafft haben sie es alle.

thesunismyonlyboss

Die ersten Tage führen uns sofort auf die berühmten Off-Roads. Während in unserer Karte die Straßen noch Bezeichnungen wie mit – oder eben ohne – Asphalt, oder auch „in Planung“ tragen, sind diese Straßen schlichtweg nicht eingezeichnet. Den Weg finden wir trotzdem, dank Tripy. Tripy ist ein GPS-Gerät, das einen vorher aufgezeichneten Track wieder gibt mit Wegpunkten und Warnungen (scharfe Kurve, großes Loch, Straße weggeschwemmt oder auch Tankstelle!). An ähnlichen, nur natürlich viel genauere Wegangaben, orientieren sich auch die Rallye Dakar Fahrer.

Das erfahren wir gleich aus erster Hand im Dakar Camp in Chilecito. Wir bekommen eine Führung im MINI Lager, bestaunen die Autos, an denen jede Schraube gereinigt und falls notwendig ersetzt wird. Für keine allzu großen Auto-Fans stellt sich dann aber nach 2 Stunden doch etwas Langeweile ein. Christoph und ich bleiben am Tisch sitzen und sehen die Beifahrern zu wie sie ihre Fahrbücher farbig anmalen. Und genau da lernen wir Stefan Schott kennen, Fahrer. Jetzt wird das ganze doch wieder spannend und ich darf sogar mal im Auto sitzen. Allein drei Knöpfe sind notwendig um das Gefährt zu starten.

Stephan Schott zeigt mir sein Auto.
Stephan Schott zeigt mir sein Auto.
Ein selten gewordenes Material: Holz.
Ein selten gewordenes Material: Holz.

Am nächsten Tag werden wir noch von drei Dakar Autos überholt, einige überholen wir. Für sie ist es eine Transferstrecke, für uns geht die tägliche Routine weiter. Ab jetzt geht es in die Berge. Und die Berge hier sind hoch. Nicht zu vergleichen mit Patagonien. Nein, hier gleicht alles eher einer Wüstenlandschaft mit Steigung. Am Straßenrand wachsen Kakteen und Dornenbüsche. Es ist Blütezeit und die riesigen Pflanzen tragen weiße Knäule aus denen Blüten kommen.

Touristenfallen am Straßenrand.
Touristenfallen am Straßenrand.

MINI_Argentinien-66

Antofagasta ist einer dieser Orte, an die Touristen manchmal kommen. Aber bestimmt nicht sehr oft. Horatio und sein Sohn sind gute Gastgeber und sehr bemüht. Wieder einmal ist das ganze Dort gekommen um uns zu sehen. Uns und die Autos. Mit so einem Auto, wie dem MINI, fällt man eben auf. Oft winken die Leute am Straßenrand. Vielleicht glauben sie auch, dass wir zur Rallye gehören. Egal. Freundliche Gesichter, hupen, winken, Daumen hoch. Zum Anhalten ist leider kaum Zeit. Außer für die unumgänglichen Dinge, wie Klo-Pause, Wasser kaufen und Tanken. Und obwohl wir kaum stehen bleiben, sehen wir so viel. Hauptsächlich Straßen und Landschaft.

So weit das Auge reicht.
So weit das Auge reicht.
Wind. Argentinien wird mir als windiges Land in Erinnerung bleiben.
Wind. Argentinien wird mir als windiges Land in Erinnerung bleiben.

MINI_Argentinien-98

Wir queren zwei Salzwüsten und erreichen Tolar Grande. Eine Stadt, wie aus dem Bilderbuch. Es ist die vorletzte Nacht und wieder gibt es Fleisch. Carne. Carne ist Rindfleisch, wenn ein Argentinier eine andere Fleisch-Art sucht, dann sucht er nach Pollo oder eben dem jeweiligen Tier. Fleisch ist immer Rind. Hier im Nirgendwo ist das Steak hart gekocht und schmeckt nicht. Vielleicht nicht mehr, denn wer einmal richtig gutes Steak hatte, will nicht mehr zurück.

Wie im Bilderbuch: Tolar Grande.
Wie im Bilderbuch: Tolar Grande.
Endlose Landschaften.
Endlose Landschaften.
Beim Einnorden der Karte.
Beim Einnorden der Karte.

MiddleofNowhere

Nach rund 2000 Kilometern, 8 Tagen und einer Überquerung von 4600 Höhenmeter haben wir es geschafft. Wo wir waren, werden sie später zuhause fragen. Irgendwo im Norden Argentiniens. Die genauen Orte kennen selbst Argentinier nur selten. Es sind Orte, an die ich vermutlich nie wieder kehren werde. Aber dank dieser Reise ins Nichts hab ich sie gesehen. Und eins ist spätestens jetzt klar: da wo auf unseren Weltkarten „Nichts“ herrscht, da warten die echten, die kleinen und die großen Abenteuer.

Mehr Fotos von der Reise: MINI Adventure Camp 2015

Hier findet ihr alle drei tollen Videos von Christoph zum Anschauen: 

Teil 1: Argentinien Teil 1
Teil 2: Argentinien Teil 2
Teil 3: Argentinien Teil 3

In Kooperation mit MINI.

 

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2 Comments

  • Wow, was für eine Reise! Da werd ich ganz neidisch… nächsten Sommer steht definitiv auch so ein Trip an. Danke für die Inspiration!

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