Sonnenaufgang auf der Hochalmspitze

Als ich aufstehe ist es draußen noch stockdunkel. So macht man das eben in den Bergen, wenn man rechtzeitig für den Sonnenaufgang auf einem Gipfel stehen möchte. Je früher im Jahr und je höher der Gipfel – umso früher klingelt auch der Wecker. Saalbach, Mitte Juli für die Hochalmspitze: 3:30.

Hans Eder, der Wanderführer, holt mich mit dem PickUp ab. Die Sonnenaufgangswanderungen sind auch im Wochenprogramm des Tourismusverbandes zu finden, an dem alle Übernachtungsgäste der Region mit der Joker Card kostenlos teilnehmen können. Bei der Hochalmspitze fallen lediglich Shuttletaxi Kosten an, dafür erspart man sich den Aufstieg aus dem Tal bis zur Rosswaldhütte. Ab hier wird dann über Almwiesen zum Gipfel gewandert.

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Kurve um Kurve geht es höher auf den Berg und das Licht wird langsam bereits eine Spur heller. Einige Wolken sind am Himmel zu sehen. Nicht zu viele nicht zu wenige, denn ein Sonnenaufgang ohne Wolken ist nur halb so dramatisch. Alles deutet auf perfekte Konditionen hin. Selbst die Bergluft, die nachts meistens recht frisch ist, ist heute ungewöhnlich warm und angenehm.

Mein Blick schweift über die umliegenden Berge und kurz bereue ich es nicht doch eine weitere Wanderung in Kauf genommen zu haben, zB für den spektakulären Tristkogel. Einer der beliebtesten Sonnenaufgangsberge rund um Saalbach. Oder die Hohe Penhab. Als wir aber die letzten Meter am sanften Kamm entlang zum Kreuz gehen, bin ich unendlich froh auf der Hochalmspitze zu stehen. Die Lage entpuppt sich als idealer Platz für den Sonnenaufgang.

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Wir haben noch etwas Zeit und Hans erklärt mir die Bergwelt ringsum. Die Begeisterung dafür Berge zu benennen und wieder zu erkennen, kenne ich selbst erst seitdem ich mehr in den Bergen unterwegs bin. Berge aus der Ferne zu erspähen, auf dessen Gipfeln man bereits gestanden hat, bereitet eine unerklärbare Freude. Wir fangen beim Salzburger Unterberg und den Leoganger Steinbergen an, drehen uns gegen Süden in Richtung Hohe Tauern, wo der Großglockner hinter Wolken versteckt liegt. Der Großvenediger wird etwas später nur zum Vorschein gelangen. Und auch die näheren Berge im Tal mustere ich aufmerksam. Vor allem die sieben Gipfel der „7 Summits“ Wanderung, die für den nächsten Tag geplant ist. Die 24km lange Wanderungen geht über sieben Berge auf und ab vom Schattberg bis zum Geißstoa am Talende.

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Die Sonnen scheint bereits kräftig die Wolken über den weit entfernten Bergen an. Es ist ein Brennen, ein Leuchten und die Spannung steigt. Mittlerweile hat auch der Wind zu Sonnenaufgang aufgefrischt und ich packe doch meine warme Daunenjacke aus. Es ist ungewöhnlich auf einem Gipfel im Gras zu stehen und gleichzeitig doch sehr typisch für die Region. Denn die Berge ringsum Saalbach sind ein altes Gebirge, und daher auch bereits einige hundert Höhenmeter niedriger als die hohen Bergspitzen ringsum. Sind sind Teil der Saalbacher Schieferalpen, die auch oft Grasberge genannt werden. Und auf genau so einem Grasberg stehe ich nun, an dem auch diverse Alpenblumen, Kräuter und Insekten Gefallen finden. Es ist ein ungewöhnlich regen Treiben auf 1921m um kurz vor halb 6.

Kurz nach halb 6 ist es dann soweit. Die Sonne schiebt sich hinter den Bergspitzen hervor und blinzelt zu uns rüber. Jetzt geht es schnell, dann innerhalb von wenigen Minuten ist sie komplett frei am Himmel. Der Wind lässt wieder etwas nach und es wird angenehm warm. Auch der Körper wacht jetzt erst so richtig auf, wie ein zweites „Guten Morgen“. Die Anika-Blumen heben ihr Köpfe an und die kleinen Wassertropfen auf den langen Gräsern fallen ab.

Das Licht ist wunderschön und die zahlreichen Fotomotive beim Abstieg halten mich noch eine Weile am Kamm. Dann wacht auch mein Magen auf und befindet, dass es durchaus an der Zeit wäre das Frühstücksbüffet im Hotel aufzusuchen. Denn schließlich möchte auch er gut in den Tag starten – der sich als wunderschöner, heißer Sommertag entpuppen wird!

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In Kooperation mit Saalbach-Hinterglemm

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8 Comments

  • Perfekt, danke für den Tipp. Wir sind im August mit der Familie in Saalbach, da werde ich mich mal nachts hinausschleichen für einen Sonnenaufgang am Gipfel :-))

  • Das frühe Aufstehen hat sich aber mal sowas von gelohnt. Echt tolle Bilder!
    Habe letztes Jahr in Südtirol auch eine geführte „Sonnenaufgangswanderung“ gemacht – kann ich nur jedem empfehlen :)

    • Hallo Markus! Ja ansich schon. Aber bei der geführten Wanderung hast du den Vorteil mit dem PickUP ein Stück hinaufgefahren zu werden… was doch einiges wert ist, vorallem jetzt wo die Sonne noch so früh aufgeht.

      lg,
      Lea

  • Ein Traum!! Bald bin ich auch in der Region, genau genommen in Kastelruth. Ich freue mich schon auf die Seiser Alm Wandern soll dort sehr sehr gut sein. Ich bin gespannt, danke für diese Eindrücke. LG

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