130 freiwillige Helfer, unter die sich einige eingeladene Journalisten und Blogger gemischt haben, trafen sich letzten Samstag frühmorgens im Zentrum von Chamonix am Mont Blanc, um auf die Müllthematik aufmerksam zu machen und selbst mit anzupacken.

12. Responsible Mountain Operation

Noch ist es früh, die hohen Berge rings um Chamonix wolkenverhangen und ein Kaffee war nach der kurzen Nacht definitiv nicht genug. Doch besser als Kaffee ist bekanntlich Frischluft. Und von der bekommen wir gleich reichlich ab. Mit der Seilbahn geht es nach Brévent auf 2.525m, wo uns Anfang September tatsächlich der erste Schneefall erwartet. Besser als Regen.

Aufgrund des Wetters wird die Wanderung umgeändert und die 60 Leute in meiner Gruppe wandern kurzerhand nach unten zur Mittelstation Planpraz über jene Strecke, die im Winter eine schwarze Skipiste ist. Alle sind motiviert und haben Säcke zum Müllsammeln dabei. Ich sammle in meinen Stoffsack, andere haben Plastiksäcke. Was tatsächlich auch Sinn macht, denn einige der “Fundstücke” beinhalten noch klebrige Konsistenzen oder rinnen aus.

Regen und Schnee, ideale Bedingungen sehen anders aus.
Kurz lichtet sich der Nebel.
Brévent ist auch ein beliebtes Klettergebiet.

Der Nebel lichtet sich am Weg nach unten nur kurz, für einige Minuten ist der Blick auf die Felsnadeln gegenüber (oberhalb des Refuge du Plan de l’Aiguille) frei. Ringsum befinden sich steile Kletterwände, nur zwei Kletterer sind dabei in eine Wand einzusteigen, allen anderen dürfte das Wetter auch zu grausig sein heute. Es sind zwar nur wenige Minuten, aber der Anblick ist atemberaubend schön. Kurze Pause vom Müllsammeln, dann geht es weiter.

Kurz geht der Vorhang auf und man erahnt die Bergwelt.

Dann geht es weiter. Auch wenn die Pisten für mein Gefühl relativ sauber sind, finden wir doch reichlich Kleinkrams. Ich habe vorallem ein Auge für kleine Plastikteile, wie Skistock-Teller, Plastiketiketten, Zigarettenstummel, etc. Andere finde übrige gebliebene Beschilderungen und Metallstangen aus dem Skigebiet, die über die Hänge nach unten gerutscht sind. Auch eine große Plastikplane, die wohl der Wind verweht haben muss, wird gefunden.

Die vollen Taschen bringen wir nach unten den Ort, wo uns noch ein kleines Konzert von zwei Musikern erwartet. Die beiden sind Teil der La Tournée des Refuges, einer Gruppe Musiker, die bevorzugt auf Hütten (Refuges) spielt.

Müll gesammelt, Berge gesehen, Musik gehört. Check!
Der erste Teil des Mülls ist eingetroffen.

3 Tonnen Müll gesammelt

Das Ergebnis der Müllsammlung wird erst einige Tage später verkündet. Der Müll, den eine Gruppe am Gletscher Mer de Glace gesammelt hat, musste erst mit dem Helikopter vom Berg geflogen werden.

In Chamonix stehen auf einem Platz einige Stände aufgebaut, unter anderem einer der Mountain Riders, die schon lange auf diesem Gebiet tätig sind in den französischen Alpen. Eine Zuständige erzählt über die Verottungszeiten. Mein Schulfranzösisch kann zu dem Zeitpunkt nicht mehr mithalten. Für ein Buchprojekt habe ich im Vorjahr allerdings beim Alpenverein recherchiert… hier ein paar Auszüge zur Info.

Verrottungszeiten von Müll

  • Bananen- oder Orangenschale 1-3 Jahre
  • Zigarettenstummel 2-7 Jahre (+ Chemikalien, Schwermetalle)
  • Blechdose 50-500 Jahre
  • Plastikflasche 100-5.000 Jahre
  • Plastiksack 120-1.000 Jahre
  • Aluminiumpapier 200-400 Jahre
  • Aludose 400-600 Jahre
  • Styropor 6.000 Jahre – nicht messbar
  • Batterie 100-1.000 Jahre (+ Chemikalien, Schwermetalle)

Der Tag geht mit einem tollen Konzert und einer großen Croziflette aus einer riesigen Pfanne zu Ende. Die typische Speise wird aus kleinen Nudeln (oft aus Buchweizen), Speck, Knoblauch und viel, viel Käse gemacht.

Was bleibt?

Zwei Dinge: seinen eigenen Müll IMMER selbst wieder vom Berg mitnehmen. Und fremden nach Möglichkeit mitnehmen am Weg nach unten. Das sind zwei Dinge die wirklich jeder leicht machen kann. Manchmal braucht es nur eine kleine Erinnerung daran.

Die Responsible Mountain Operation in Chamonix

Den Responsible Mountain Operation, der CleanUp Tag in Chamonix organisiert LaFuma seit 12 Jahren. Wer Lust hat nächstes Jahr daran teilzunehmen, kann sich einfach anmelden, die Teilnahme ist gratis und für alle offen!

Die Marke aus Frankreic gehört zur Millet Group. Ihre Produkte sind teilweise zertifiziert, erklärtes Ziel der gesamten Gruppe ist es bis 2020 alle Produkte BlueSign, Oeko-Tex® Standard 100, RDS zertifiziert zu haben. Der Firmeninterne Standard “low impact” soll auf 90% ihrer Produkte umgesetzt werden. Details sind online im Sustainability Report von 2017 zum Nachgelesen bereitgestellt.

Auf Einladung, unbezahlte Pressereise. Alle Meinungen spiegeln wie immer meine eigenen wieder.