Gut versteckt steht an einem einsamen Bergsee in den Stubaier Alpen auf 2.287m ein mystischer Steintempel: der Apollontempel. Er wurde über zwei Jahrzehnte hinweg in Handarbeit ganz ohne Bindemittel errichtet. Für viele Wanderer ein Kraftplatz, ein tolles Fotomotiv und in jedem Fall ein ungewöhnliches & ganz besonderes Ziel einer nicht allzu anspruchsvollen Wanderung.

Die beiden Künstler Robert Tribus und Heinz Triendl aus Oberperfuss haben über 20 Jahre lang an der alpinen Version des Apollontempels gebaut. Das viele Jahre umstrittene Bauwerk darf nun endlich legal am Bergsee stehen und ist sobald der Schnee geschmolzen ist, frei zugänglich.

Die große 3m hohe Innenkuppel ist begehbar, der gesamte Tempel darf auch bestiegen werden. Zwei hohe Türme, rechts und links neben der Kuppel bewachen den Bau. Der Weg zum Tempel ist ebenfalls von Türmen flankiert, ein Steg führt auf den See hinaus.

Von der Inzinger Alm zum Hundstalsee

Die Wanderung beginnt auf einer Forststraße, welche bald in einen kleinen Pfad übergeht. In unzähligen Kehren geht es nun mehr oder weniger gemütlich bergauf. Insgesamt sind es drei Steilstufen, die überwunden werden müssen.

Hat man die kleine “Jagdhütte am Logenplatz” erst einmal erreicht, wird der Weg kurz flach und man glaubt es bereits geschafft zu haben. Der letzte, diesmal etwas steiniger Anstieg steht aber noch bevor! Eventuell muss man hier mal die Hände zur Hilfe nehmen, geübte Bergsteiger werden aber keinerlei Problem haben. Ist der Anstieg geschafft, steht man auch schon direkt vor dem Bergsee, der je nach Lichteinfall mal sehr dunkel und mal leuchtend türkis ist.

Der Apollontempel

Der direkte Weg führt links am See direkt zum Apollontempel am hinteren Ende des Sees, man kann den See aber auch rechts umrunden.

Es empfiehlt sich eine kleine Jause mitzunehmen und am Tempel oder ringsum den See zu pausieren. Die einzige Einkehrmöglichkeit liegt direkt am Ausgangsort an der Inzinger Alm. Dass man seinen Müll immer selbst wieder mitnimmt und keine Spuren hinterlässt, brauche ich hoffentlich nicht zu erwähnen?

Nach der Wanderung bietet sich eine Einkehr auf der Inzinger Alm an. Die Speisekarte ist klein, die Getränke erfrischend kühl und die Aussicht wunderbar.

Wanderinfos auf einen Blick

  • Dauer: 4-5 Stunden
  • Beste Zeit: Juli bis September
  • Höhenmeter: 640 m ab Inzinger Alm
  • Länge: ca. 4 km (8 gesamt)
  • Gehzeit: ca. 2 – 2,5 Std. zum See
  • Ausgangspunkt: Inzinger Alm (Fahrzeit ab Innsbruck circa 50 Minuten)
  • Parkmöglichkeiten: Parkplatz Inzinger Alm
  • Einkehrmöglichkeit: Inzinger Alm
  • Kontakt Inzinger Alm: es gibt nur eine Facebook Seite
  • Telefonnummer Inzinger Alm: +43 676 6214830.
  • Öffnungszeiten Inzinger Alm & Straße: ca. Anfang Juni bis Mitte September
  • Nicht vergessen: Sonnenschutz, warme & wetterfeste Kleidung, Wechselshirt, Bargeld für die Hütte

Anfahrt zur Inzinger Alm

Die Inzinger Alm ist leider nur mit dem PKW oder (e-)MTB erreichbar, Öffis oder Wanderbusse gibt es hier keine. Die auf 1.641m gelegene Alm ist über eine neun Kilometer lange Forststraße erreichbar, welche (für Tirol ungewöhnlich) frei von Gebühren ist.

Tipp: Vorsicht beim Befolgen der Google Maps Routenplanung, nur ein einziger Weg ist befahrbar: am westlichen Dorfende von Inzing biegt man in Richtung Ortsteil Hof ab, von die ausgeschilderte Auffahrt beginnt. Ein kleines Stück vor der Alm gibt es einen kostenfreien Parkplatz.

Alternative: vom exorbitant teuren Parkplatz Stiglreith am Rangger Köpfl sind es 3,5-4 Stunden zum Hundstaler See (950 Hm | 8,5 Kilometer).

Öffentliche Anreise Alternative

Wer trotzdem ohne Auto zum Hundstaler See will: entweder mit dem eBike ab Inzing oder vom Rangger Köpfl aus. Mit der Seilbahn zur Bergstation und von dort in rund 3 Stunden (740 Höhenmeter, 7 Kilometer) zum Hundstaler See. Wer die Route auch zurück nehmen möchte (mit Seilbahnfahrt zurück nach Oberperfuss) sollte also früh starten.