Salzburg in drei Tagen


Prächtige Schlösser, barocke Kirchen, romantische Gässchen und die, über alles thronende Festung am Mönchsberg. Salzburg empfängt seine Gäste mit einer spektakulären Kulisse, die hält was sie verspricht: viel Abwechslung, spannende Geschichten und die passende Musikuntermalung.

Salzburg ist nach Wien die meist besuchte Stadt Österreichs. Als „Residenzstadt“ wurde sie im 17. von Erzbischof Wolf Dietrich prunkvoll ausgestattet. Ihrem wohl berühmtesten Sohn, dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, verdankt sie den Beinamen „Mozartstadt“. Aber auch ohne Mozart hat die Stadt viel zu bieten, während und außerhalb der Festspielzeit (August), wenn Jedermann und Co die Besucherströme leiten.

Wer sich fragt, wie viele Tage man für Salzburg einplanen soll, dem würde ich zu zwei Nächten raten. Dann bleibt ausreichend Zeit, um neben den Sehenswürdigkeiten in der Stadt auch einen Ausflug auf den Unterberg oder ins Schloss Hellbrunn einzuplanen.

Dieser Text ist im Billa hin&weg Reisemagazin ersterschienen. Ich habe ihn für den Blog allerdings ein wenig adaptiert und hier und dort noch ein paar Tipps hinzugefügt.

Ein langes Wochenende in Salzburg

Wer Freitags in der Früh anreist, macht das Meiste aus seinem verlängertem Wochenende in Salzburg. Das folgende Programm ist ein Vorschlag, wie man seine Zeit einteilen könnte. Je nach Jahreszeit bieten sich natürlich unterschiedliche Highlights zwischendurch an. zB im Sommer den Klettersteig am Kapuzinerberg oder im Winter ein Christkindlmarkt.

Freitag

10:00 Uhr

Salzburg lässt sich gut zu Fuß entdecken und deswegen fangen wir gleich Mitten in der Altstadt am Alten Markt im ältesten Kaffeehaus Österreichs an. Im Café Tomaselli bestellen wir einen Verlängerten beim Herrn Ober und rufen die Dame im schwarzen Kleid mit der weißen Schürze zu uns an den Tisch. Bei ihr, der Kuchenträgerin, suchen wir uns das beste Stück Kuchen frisch vom Tablett aus.

11:30 Uhr

Die süßen Sünden arbeiten wir wieder ab, indem wir den Fußweg auf die Festung Hohensalzburg wählen. Zum Verschnaufen gibt es am Weg mehrere Bänke, den besten Ausblick hat man aber natürlich erst von ganz oben. Es ist nämlich bekanntlich so: wer nicht auf der Festung war, war nicht in Salzburg. Und das wollen wir auf keinen Fall riskieren. Bergab wählen wir dann die kniefreundliche Variante und fahren mit der modernen Standseilbahn ruckzuck zurück in die Altstadt. Um den Zuckerspiegel zu halten gönnen wir uns in der Konditorei Fürst die einzigen „Originalen Salzburger Mozartkugeln“, die seit 1890 hier händisch und ohne Konservierungsmittel produziert werden. Im Gegensatz zu den industriell gefertigten „Echten Mozartkugeln“ verschiedener Hersteller, halten die Fürstkugeln aufgrund der frischen Zutaten nur rund fünf Wochen und werden ausschließlich in der Altstadt verkauft.

Den restlichen Nachmittag schlendern wir durch die Getreidegasse, wo auch Mozarts Geburtshaus liegt. Wir bestaunen die neusten Trachtenmoden in den Schaufenstern und lassen uns treiben. Später überqueren wir die Salzach am Makartsteg, auf dem unzählige Liebesschlösser hängen. Auf der anderen Seite wartet der Mirabellgarten darauf besucht zu werden, ein weiterer Fixpunkt bei einem Salzburgbesuch. Im Garten kann man mit etwas Glück den Künsten der Studenten der Musik Universität lauschen. Spätestens jetzt wird einem klar werden: Salzburg und die Musik sind unzertrennlich.

18:00 Uhr

Das Musik- und Theaterprogramm ist auch abseits der Festwochen im Sommer in Salzburg stets gut gefüllt. Wir machen uns also schick, gehen abends ins Theater und genießen das Flair der Stadt bei Nacht. Bevor wir ins Bett fallen, nehmen wir noch einen Drink mit Stadtblick in der Imlauer Skybar am Ufer der Salzach ein. Besser kann ein erster Tag in Salzburg nicht enden.

Die Pferdekutschen vorm Cafe Tomaselli in der Altstadt gehören zum klassischen Bild für Salzburg.
Die Pferdekutschen vorm Cafe Tomaselli in der Altstadt gehören zum klassischen Bild für Salzburg.

Samstag

9:00 Uhr

Endlich kommen Dirndl und Lederhose zum Einsatz, beim gepflegten Besuch beim Grünmarkt am Universitätsplatz. Hier wird neben frischen Obst und Gemüse auch das köstlich duftende Holzofenbrot aus der Stiftsbäckerei St. Peter verkauft. Danach suchen wir originelle Souvenirs im hippen Andräviertel, wo sich Concept Stores und innovative Läden angesiedelt haben.

13:00 Uhr

Burgerläden gibt es viele, die knusprigen Chips vom BioBurgerMeister in der Linzergasse sind einmalig knackig und bleiben in Erinnerung. Als vegane Alternative empfiehlt sich das GustaV unweit von der Linzergasse entfernt.

14:30 Uhr

Den Nachmittag widmen wir der Bierkultur Salzburgs, die seit 700 Jahren hier beheimatet ist. Auch Mozart soll gerne den einen oder anderen Schluck getrunken haben. Zu seiner Zeit gab es in Salzburg nämlich bereits 13 Brauereien. Zum Einstieg fängt unsere Reise vor 525 Jahren an, als die Privatbrauerei Stiegl gegründet wurde. Im umfangreichen Museum der Brauwelt in Maxglan lernen wir alles über die Technik und Geschichte, bevor wir die hauseigenen Biersorten selbst verkosten.

18:00 Uhr

In der Salzburger Volkswirtschaft Fuxn, etwas abseits des Zentrums, gibt es bodenständige Hausmannskost im stimmigen Design. Die Küche ist regional, die Eier sind sogar lokal – sie kommen von den hauseigenen Wanderhühnern im Garten.

Nach dem Abendessen schauen wir noch auf einen Sprung ins Alchimiste Belge in der Bergasse. Der Besitzer und Biersommelier Dirk Baert verkauft hier unter anderem auch sein eigenes Bier, das nach seiner Rezeptur unter dem Namen Nocksteiner Pils gebraut wird. Das schmeckt nicht nur gut, es sieht auch gut aus.

Sonntag

10:30 Uhr

Die Salzburger lieben und schätzen die Nähe ihrer Stadt zur Natur – das sollte man sich auch als Tourist nicht entgehen lassen. Sei es eine Radtour entlang der Salzach zum Lustschloss Hellbrunn oder ein ausgedehnter Spaziergang am Mönchsberg, den wir wählen. Von der Festung aus kann man in einer Dreiviertelstunde zum Museum der Moderne spazieren und dort eine letzte Portion Kunst für die Heimreise auftanken.

12:00 Uhr

Wer es bisher jetzt noch nicht geschafft hat, bekommt im Restaurant m32 nochmal die Chance echte Salzburger Nockerl mit dem vermutlich besten Ausblick auf die Altstadt zu verkosten. Diese teilt man am besten mit ein bis zwei anderen Naschkatzen. Die drei pyramidenförmigen Spitzen symbolisieren übrigens immer die drei Hausberge der Stadt: den Mönchsberg, den Kapuzinerberg und den Gaisberg – wobei auch der Rainberg und der Nonnberg manchmal die Ehre bekommen Namensträger einer der Spitzen zu sein.

Ein anderer Ort, den die Salzburger gerne heimsuchen für die süße Sünde ist das Cafe Fabrizi mitten in der Altstadt.

15:00 Uhr

Von hier ist es nun nicht mehr weit zum letzten Stopp: dem Augustiner Bräu. Der Biergarten ist sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen beliebt. Hier spült man seinen Steinkrug selbst mit kühlem Wasser aus, bevor man dem Experten, dem Schankburschen, das Abzapfen aus dem Holzfass überlässt. Ein letzter Genuss bevor das lange Wochenende ein Ende findet.

Die Salzburger Nockerl im Cafe Fabrizi sind berühmt.
Die Salzburger Nockerl im Cafe Fabrizi sind berühmt.
Die gemütliche Stube des Gasthof & Hotels Goldgasse.
Die gemütliche Stube des Gasthof & Hotels Goldgasse.
In der Getreidegasse in Salzburg findet man viele tolle Geschäfte.
In der Getreidegasse in Salzburg findet man viele tolle Geschäfte.
Mitten in der Altstadt vertraut die Schlosserei Wieber auf herkömmliche Kommunikationsmittel.
Mitten in der Altstadt vertraut die Schlosserei Wieber auf herkömmliche Kommunikationsmittel.
Neben der 400 Jahre alten Tür des Spirituosengeschäfts Sporer befindet sich eine sehenswerte Klingelanlage.
Neben der 400 Jahre alten Tür des Spirituosengeschäfts Sporer befindet sich eine sehenswerte Klingelanlage.

Praktische Reisetipps 

  • Die Salzburg Card rechnet sich beim Besuch mehrer Sehenswürdigkeiten schnell. Mit dabei sind alle Museum, die Bahn für den Untersberg, Mönchsbergaufzug und sogar eine Schifffahrt auf der Salzach). 24h ab 25€, 28€ in der Hauptsaison (Preise für 72h: 38€/43€)
  • Tipp: Wer nicht wegen der Festspiele nach Salzburg möchte, meidet die Zeit besser (20. Juli -30. August 2018)
  • Wer nach dem Städtetrip noch ein paar Tage Bergluft schnappen, dem empfehle ich zB Saalbach.

Anreise nach Salzburg

Salzburg erreicht man gut mit der Bahn (ÖBB). Von Wien sind es knapp 2,5 Stunden, von München aus knappe 2 Stunden. Der Flughafen Salzburg wird zB von easyjet, Ryanair oder eurowings angeflogen.

Hoteltipps für Salzburg – teuer bis budget

  • Das Boutiquehotel Hotel Goldgasse mitten in der Altstadt verzaubert durch Lage und individuelle Gestaltung der Zimmer. Den genauen Bericht mit Fotos findet ihr am Blog.
  • Im Goldenen Hirsch in Salzburg habe ich einmal Arnold Schwarzenegger mit circa zehn Luis Vuitton Koffern auschecken sehen. Ich kann immer noch nicht sagen welches dieser zwei Erlebnisse beeindruckender war, Tatsache ist hier gilt Promialert!
  • Das Arthotel Blaue Gans (DZ ab 177€) liegt ebenfalls sehr zentral und sieht toll aus!
  • Das Hotel Auersperg im Schrannenviertel hat ein Bio-Frühstück und schmuckhafte Zimmer.
  • Die Rosenvilla ist etwas günstiger mit ab 74€/Nacht
  • Das Meininger Hotel liegt direkt „hinter“dem Kapuzinerberg, sehr modern und trotzdem mit Details liebevoll gestaltet. Inkl. Gästeküche, für alle die gerne mal selbst kochen abends. Es gibt hier auch Gruppenpreise (Schlafräume) und eine Hostelbar.
  • Ein günstigeres Designhotel der Kette Motel One liegt an der Salzach (ab 69€).

PS: Pinn mich!

Wenn dir mein Salzburg 72h Stunden Guide bei den Reiseplanungen geholfen hat, freue ich mich wenn du ihn mit deinen Freunden teilst. Wer noch Vorschläge für weitere Salzburg Highlights hat, immer her damit!

 

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