Segelfliegen in Namibia.

Segelfliegen in Namibia

Für Segelflug-Piloten ist Namibia schon lange kein Geheimtipp mehr. Seit den ersten Flügen in den späten 1930er Jahren ist das Angebot im Land gewachsen. Mittlerweile sind es vier Farmen, die in den europäischen Wintermonaten von Anfang November bis Ende Januar Segelfliegen in Namibia anbieten. Auf der Kiripotib Guest Farm hat sich die „österreichische Bastion“ passionierter Segelflieger und Organisatoren niedergelassen. Aber auch andere Nationen fühlen sich hier gut aufgehoben.

Knappe zwei Stunden vom internationalen Flughafen in Windhoek entfernt ist die Farm gut erreichbar für anreisende Piloten. Dank der sanften Zeitumstellung (der Unterschied nach Mitteleuropa beträgt nur eine Stunde +) und den Nachtflügen nach Afrika kann man den Jetlag weitgehend umgehen. 24 Stunden muss jeder Neuankömmling trotzdem am Boden bleiben, Sicherheit geht vor, denn auch wenn die Verhältnisse gut sind, ist volle Konzentration gefragt.

Kiripotib Soaring – Segelfliegen in der Kalahari 

Alle 12 Flieger in Kiripotib sind Eigenstarter, dh sie haben einen ausfahrbaren Motor mit dem sie über die hauseigenen zwei Landebahnen in die Luft steigen. Nach 8-10 Minuten Motorlaufzeit wird es still in der Luft und der Flieger wird rein durch die warme, aufsteigende Luft vorangetrieben. Das erfordert natürlich viel Geschick und Erfahrung, die meisten Piloten bringen diese mit nach Afrika. Piloten mit weniger Erfahrung können im Doppelsitzer Lehrflüge buchen und an ihren persönlichen Zielen arbeiten.

 

Alle Flieger werden Jahr für Jahr in großen Containern aus Europa im Herbst nach Namibia verschifft und im Frühjahr wieder retour. Ein Aufwand der sich auszahlt, denn die Nachfrage steigt jährlich. Neben der willkommen Sommerpause locken die guten Verhältnisse und die magische 1.000km Marke. Dafür sitzen viele Piloten gut und gerne bis zu 8-9 Stunden im Flieger und fliegen im Dreieck das Land ab. Dabei gibt es einige Sperrgebiete, Lufträume die nicht betreten werden dürfen und andere die man lieber mit Sicherheitsabstand begutachtet wie zB Botswana. Eine Notlandung im dichten Buschwerk zwischen wilden Tieren ist tunlichst zu vermeiden.

Seitdem Anfang 2016 zwei Franzosen aus dem Flieger mit dem Not-Fallschirm springen mussten und fast verdursten nehmen Piloten kleine Notrationen an Wasser, insgesamt 0,5l am Körper mit. Ebenfalls immer dabei ist ein SPOT, ein geniales kleines Gerät das über GPS Koordinaten schickt und Notrufe absetzen kann.

Die nördliche Kalahari von oben

In der afrikanischen Nachmittagshitze klettere ich in das kleine Cockpit und mach es mir, so gut es geht, bequem. Es ist mein vierter Segelflug und im Gegensatz zum Segelfliegen in den Tiroler Alpen, muss ich hier beim Start keine Angst vor den nahen Bergen haben. Die Berge sind klein und weit entfernt, unter uns liegt nach wenigen Sekunden nur mehr die Ausläufe der Landebahn. Am Ende sehe ich eine Eselkutsche, zwei drei Straßen lassen sich nun auch erkennen.

Christoph hat vor Jahren mal ein Video gedreht mit dem Titel: es lebt kein Mensch in Namibia und genau so sieht es auch aus. Wären da nicht hin und wieder vereinzelte Farmen und Schotterstrassen, die oft wie in einem Raster angeordnet wirken.

Da es in den letzten Wochen öfters geregnet hat, ist die Kalahari grün. Gemeinsam mit dem roten Sand, der hier stark verbreitet ist, ergibt das ein besonders schönes Bild von oben – und natürlich auch von unten.

Segelflug auf Kiripotib in Namibia from escape-town on Vimeo.

Fotos aus dem Flieger 

Aufgrund der hohen Flughöhe wird zusätzlicher Sauerstoff benötigt.
Aufgrund der hohen Flughöhe wird zusätzlicher Sauerstoff benötigt.

Infos

Anreise

Im privaten Shuttle ab Windhoek Airport, dieser wird zB von Namibia Airways, Condor oder auch South African Airways angeflogen.

 

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