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Der Klassiker schlechthin der Tiroler Küche und ein Must Eat auf Hütten: Tiroler Kaspressknödel mit Suppe, Salat oder Sauerkraut. In diesem Artikel zeige ich euch, wie man sie zuhause nachmacht und perfekt hinbekommt. Das ist gar nicht so schwierig wie es zuerst vielleicht aussieht, versprochen!

Die Zutaten für Kasspressknödel nach Originalrezept.
Die Zutaten für Kasspressknödel nach Originalrezept.

Kaspressknödel FAQs

Nichts geht über einen deftigen Kaspressknödel in einer schmackhaften Suppe – oder im Sommer auch auf einem knackigen Salat. Allerdings gibt in Sachen “Käsepressknödel” neben der passenden Begleitung und genauen Aussprache noch einige andere essentielle Fragen.

Darf – muss oder soll- Graukäse drin sein? Wo kann ich Graukäse kaufen?

Graukäse ist ein sehr deftiger Käse, der aus Kuhmilch hergestellt wird und mit höchstens 6% extrem fettarm ist. Wenn er noch nicht lange gereift ist hat er eine weiße-bröselige Konsistenz und wird mit der Zeit gelb-speckig. Der Sauermilchkäse schmeckt am besten, wenn man ihn mit Essig und Öl mariniert – oder Kaspressknödel damit beglückt.

Meine Antwort lautet also: ja, in den Tiroler Kaspressknödel gehört auf jeden Fall Graukäse! Aber bitte nicht zuviel.

Außerhalb von Tirol (oder Südtirol) kann es schwierig sein ihn im Geschäft zu bekommen. Man kann ihn auf Amazon Graukäse ganz einfach online bestellen.

Kann man Graukäse einfrieren?

Ja! Er lässt sich auch ganz gut einfrieren, vorallem wenn man ihn nur für Knödel später verwenden möchte.

Mit oder ohne Kartoffeln? 

Manche reiben bereits gekochte und abgekühlte Kartoffeln in die Knödel, ich persönlich würde dazu tendieren sie weg zu lassen – außer es sind gerade welche vom Vortag da – dann ist es eine gute Restlverwertung. Im Alpbachtal macht man Kaspressknödel offenbar mit Topfen und Kartoffeln und lässt die Semmelwürfel komplett weg, verrückte Welt!

Welcher Käse kommt in die Kaspressknödel? 

Nicht zu viel und nicht zu wenig. Wichtig ist für mich, dass der Käse nicht gerieben, sondern gewürfelt ist und auch, dass er gemischt wird. Mir ist nur Graukäse alleine (wie er zB auf der Rumer Alm gemacht wird) zu einschlägig im Geschmack. Ideal ist eine Mischung mit einem Bergkäse 50:50. Statt Bergkäse geht auch Gruyere.

Update 2020: ich bleibe bei der 50:50 Mischung von Graukäse (eher bröselig und in ca 0,5cm Stückchen gewürfelt) und Bergkäse (grob gerieben).

Wie werden sie knusprig braun?

Ein Kaspressknödel braucht viel Aufmerksamkeit und Sorgfältigkeit, sonst verbrennt er beim Frittieren. Wird er nicht gut geformt fließt das heiße Öl in den Knödel und macht ihn unnötig fettig. Man achte also auf eine geschlossene Oberfläche und bewache ihn gut wenn er vor sich hin brät. Zum Binden kann man auch ein wenig Mehl mit reinmischen. Knusprig wird er entweder frisch serviert oder erhitzt. Auch knusprig schmeckt eine leichte Panier aus Semmelbrösel.

Wo in Tirol gibts die besten Kaspressknödel?

Das findet man am besten selbst heraus… meine Favoriten: Sunnalm im Skigebiet Axamer Lizum, Umbrüggler Alm bei Innsbruck und bei mir zuhause auf der Terrasse.

Kann man Kaspressknödel einfrieren?

Ja, am besten lässt man sich nach dem Frittieren auf einer Küchenrolle abtropfen und auskühlen. Dann unverzüglich auf einem Tablet in die Tiefkühltruhe – 2-3 Stunden später herausnehmen und in Zip-Lock Bags möglichst luftdicht verschließen und wieder einfrieren. So halten sie gut einige Monate.

Rezept für die perfekten Kaspressknödel

Dieses Rezept braucht im Vergleich zu anderen Rezepten sehr wenig Eier, es is daher wichtig den Teig vorm Formen wirklich lang genug ruhen zu lassen damit sie gut halten! Wer 2 Eier mehr hinzugibt, erhält etwas flaumigere Kaspressknödel, ich persönlich finde aber es geht auch so.

Zutaten

  • 250g Semmelwürfel (=Knödelbrot/gewürfeltes Weißbrot)
  • 2 ganze Eier
  • 250ml Vollmilch
  • 100g Graukäse gewürfelt in 0,5cm Stückchen
  • 100g Bergkäse gewürfelt oder grob gerieben
  • 1 Zwiebel – klein gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe – mini klein gehackt
  • 1-2EL Butter zum Anschwitzen
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken
  • Frische Petersilie, fein gehackt
  • Majoran, Thymian – nach Verfügbarkeit fein gehackt
  • Butterschmalz oder neutrales Pflanzenöl zum Frittieren
  • Suppe oder Salat zum Servieren
  • frischen Schnittlauch zum Garnieren

Zubereitung

Den Zwiebel klein und den Knoblauch noch kleiner schneiden. Eine Pfanne am Herd erhitzen, die Butter zerrinnen lassen und darin den Zwiebel und den Knoblauch anschwitzen. Achtung, die Zwiebel sollen nur glasig werden, nicht braun!

In der Zwischenzeit den Käse würfeln oder reiben, die 2 Eier dazugeben und leicht verrühren.

Die Pfanne vom Herd nehmen und die 250ml Milch hinzugießen. Die Milch sollte lauwarm werden. So spart man sich beim Abwasch einen weiteren Topf.

In einer sehr großen Schüssel 250g Semmelwürfel, Käse + Eier, Zwiebel + Petersilie + Knoblauch mischen. Gut umrühren, gerne auch einfach mit den Händen. Jetzt Salzen und Pfeffern. Ich nehme jeweils ca. einen gestrichenen Esslöffel.

Nun sollte man die Mischung mindestens 20 Minuten stehen lassen. In der Zeit bindet sich die Mischung und bildet eine patzige Masse. Nochmal gut durchkneten.

Mit nassen Händen formt man nun die Knödel, wobei ich aus der angegebenen Menge 10 Knödel zu je 90g rausbekomme. Ich mag es nicht wenn sie zu groß sind – lieber etwas kleiner und bei Bedarf mehr davon! Die Knödel werden flachgedrückt. Dabei nochmal schauen, dass sie keine “Risse” haben.

Jetzt werden sie im heißen (muss bereits heiß sein bevor der erste Knödel rein wandert!) Fett bei ca 180 Grad braten. Erfahrungsgemäß rund 3 Minuten pro Seite. Dann kurz abtropfen lassen und auf einer Küchenrolle abkühlen lassen. Jetzt sind sie fertig zum Servieren!

Kaspressknödel Varianten

Grüne Kaspressknödel ala Umbrüggler Alm

Auf der Umbrüggler Alm bei Innsbruck werden leicht grüne Kaspressknödel serviert. Sie sind nicht etwa mit den Spinatknödel fusioniert worden, nein, sie haben besonders viel Petersilie im Teig. Das lässt sich zuhause auch leicht machen: einfach Petersilie mit ein paar EL Wasser sehr gut mixen/pürieren und einen Teig der Milch mit der grünen Flüssigkeit ersetzen.

Leicht grüne Kaspressknödel auf der Umbrüggler Alm.

Kaspressknödel mit Salat

Für die sommerliche Variante: Als Salate eigenen asiatische Salatblätter, die an Senf erinnern. Auch gut geeignet sind junge Spinatblätter, Sauerampfer, junge Löwenzahnblätter oder auch Rucola. Je bunter gemischt umso besser. Als Dressing reicht mir ein gutes Olivenöl und eventuell ein paar Tropfen Weißweinessig – bloß nicht übertreiben – der gute Geschmack der Blätter soll nicht übertönt werden. Schnittlauch drüber streuen und servieren!

Der fertig geformte Knödel wartet darauf im Butterschmalz herausgebacken zu werden.
Der fertig geformte Knödel wartet darauf im Butterschmalz herausgebacken zu werden.
Rohe Kaspressknödel mit Semmelbrösel-Panier.
Zehn kleine Kaspressknödel lagen auf dem Tisch – einer hat besonders gut ausgesehen, da waren’s nur noch neun. (zweite Reihe von links: grün)

Kaspressknödel in der Suppe

Wer eine gute Rinderbrühe hat, kann diese nehmen, ansonsten reicht auch eine Gemüsesuppe. Ich habe immer selbst gemachtes Suppengewürz zuhause – das koche ich im Wasser auf, lass es eine Weile köcheln und fertig ist die Basis. Frischen Schnittlauch drüber und heiß servieren!

Kaspressknödel ganz klassisch in der Suppe.
Kaspressknödel ganz klassisch in der Suppe.

Hier nochmal das Rezept zum Ausdrucken:

Original Tiroler Kaspressknödel

Einfaches Rezept für Tiroler Kaspressknödel. Die Menge ergibt ca 10 Knödel à 90g. Pro Person rechnet man 2 Stück als Hauptspeise + Beilage.
Vorbereitungszeit10 Min.
Zubereitungszeit10 Min.
Gericht: Hauptgericht
Land & Region: Alpine Küche
Portionen: 10 Knödel
Kalorien: 200kcal

Zutaten

  • 250 g Semmelwürfel (=Knödelbrot, gewürfeltes Weißbrot)
  • 2 Stk große Eier
  • 250 ml Vollmilch
  • 100 g Graukäse (gewürfelt, ca. 0,5cm)
  • 100 g Bergkäse (grob gerieben oder gewürfelt)
  • 1 Zwiebel, klein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, mini klein gehackt
  • 1-2 EL Butter zum Anschwitzen
  • Salz, Pfeffer zum Abschmecken
  • 0,5 Bund Frische Petersilie, gehackte Blätter
  • Butterschmalz oder neutrales Pflanzenöl zum Braten
  • Schnittlauch zum Bestreuen

Beilage

  • Suppe, Sauerkraut oder Salat

Anleitungen

  • Den Zwiebel klein und den Knoblauch noch kleiner hacken. Eine Pfanne am Herd erhitzen, die Butter zerrinnen lassen und darin den Zwiebel und den Knoblauch anschwitzen. Achtung, die Zwiebel sollen nur glasig werden, nicht braun! 
  • In der Zwischenzeit den Käse würfeln oder reiben, die 2 Eier dazugeben und leicht verrühren.
  • Die Pfanne vom Herd nehmen und die 250ml Milch hinzugießen. Die Milch sollte lauwarm werden. (So spart man sich beim Abwasch einen weiteren Topf.)
  • In einer sehr großen Schüssel 250g Semmelwürfel, Käse + Eier, Zwiebel + Knoblauch + Petersilie mischen. Gut umrühren, gerne auch einfach mit den Händen. Jetzt Salzen und Pfeffern. Ich nehme jeweils ca. einen gestrichenen Esslöffel, aber es kommt auf die Käsesorte an wieviel Salz genau deine Knödel noch benötigen.
  • Nun sollte man die Mischung mindestens 20 Minuten stehen lassen. In der Zeit bindet sich die Mischung und bildet eine patzige Masse. Nochmal gut durchkneten mit den Händen. Die Masse darf nicht zu trocken sein und die Semmelwürfel dürfen nicht mehr trocken/hart sein. Falls doch: 1-2 EL Milch hinzufügen und nochmal durchkneten und geduldig ein paar Minuten rasten lassen.
  • Mit nassen Händen formt man nun die Knödel, wobei ich aus der angegebenen Menge 10 Knödel zu je 90g rausbekomme. Die ideale Größe liegt zwischen 80-120g pro Knödel. Ich mag es nicht wenn sie zu groß sind – lieber etwas kleiner und bei Bedarf mehr davon! Die Knödel werden flachgedrückt. Dabei nochmal schauen, dass sie keine "Risse" haben. 
  • Jetzt werden sie im heißen Fett bei ca 180 Grad braten. Das Fett muss bereits heiß sein bevor der erste Knödel rein wandert! Erfahrungsgemäß sind es ca. 3 Minuten pro Seite.
    Dann kurz abtropfen lassen und auf einer Küchenrolle abkühlen lassen.
  • Mit Schnittlauch bestreuen und in einer Suppe, Sauerkraut oder mit einem sommerlichen Salat servieren. Besonders gut schmeckt ein Wildkräutersalat mit Thymian.
  • Die schmecken meine Kaspressknödel? Dann freue ich mich wenn du mich in deinen Fotos auf Instagram (@esctown) taggst, einen Kommentar am Blog hinterlässt oder das Rezept mit deinen Freunden teilst. Vielen Dank!

Die schmecken meine Kaspressknödel? Dann freue ich mich wenn du mich in deinen Fotos auf Instagram (@esctown) taggst und diese Rezept mit deinen Freunden teilst!

Die Background Story

Der Artikel ist im Zuge einer Kooperation mit Spar entstanden bei der es um Schnittlauch ging. Hier könnt ihr mehr darüber nachlesen:

Bio-Schnittlauch aus Tirol

Es ist ein sonniger Tag, als ich in der Nähe des Hintersteiner Sees bei Kufstein in einem etwas ungewöhnlichen Feld stehe. Hinter mir der See, vor mir jede Menge Schnittlauch und noch weiter vor mir  der Pendling. Laut meiner lieben Kollegin Marika gibt es am Gipfelhaus des Pendlings nämlich aktuell die besten Kaspressknödel. In Sachen Kaspressknödel hat in Tirol so ziemlich jeder seinen Lieblingsort – und auch sein Lieblingsrezept. So ist das auch in Michael Strillingers Familie.

Michael ist Herz und Hirn Gemüse- & Kräuterbauer. Der Hof liegt auf 600m auf einem sonnigen Hang, in der Nacht kühlt es gut ab, die Pflanzen werden stark. Auf 14.000m² werden hier in einem top-modernen Gewächshaus Kräuter ökologisch gezüchtet, weitere 20.000m² Freiland liegen ringsum. In erster Linie produziert der Betrieb Basilikum, Schnittlauch und Petersilie – die gefragtesten Küchenkräuter. Der Großteil dieser Kräuter geht direkt in der Verkauf in SPAR-Supermarkt Filialen.

Während das Genoveser Basilikum, mit den amüsanten Sortennamen Werner oder Marian, innerhalb von 5 bis 8 Wochen verkaufsfertig heranreift, ist Schnittlauch eine ganz andere Geschichte. Schnittlauch anzubauen ist ein langwieriger Prozess, der im Frühsommer mit den ersten Trieben beginnt. Sind die Topfpflanzen nach einigen Wochen groß genug, werden sie im Topf aufs Feld gestellt. Dort verbringen sie ihren ersten Sommer quasi auf Almfrische und werden groß und stark. Im Winter, kurz vor dem ersten Schneefall holt Michael die Töpfe dann wieder ins Haus. Genauer gesagt ins Gefrierhaus, denn hier bei minus 7 Grad kann er den Schnittlauch überwintern. Wie in der Natur auch verwelkt der Schnittlauch, die Kraft der Pflanze zieht sich in die Zwiebel zurück. Erst wenn im Frühjahr die Temperaturen wieder ansteigen wächst neues, kräftiges Kraut empor.

So kann der Schnittlauch je nach Bedarf nach und nach “aufgetaut” werden. Dabei muss man vorsichtig vorgehen, meistens werden die Pflänzchen erst abends herausgestellt um über Nacht langsam aufzutauen. Zuerst im Schatten, später in der Sonne. Die schönen, grünen Pflanzen werden dann im Supermarkt verkauft.

Profitipps für Schnittlauch

Eine gute Pflanze, kann man ruhig viermal komplett abschneiden und nachwachsen lassen. Dabei geht man am besten im Kreis vor und schneidet sich 3-4cm über der Erde immer soviel ab wie man braucht. Dadurch entsteht eine Schnecke und es gibt immer genug frischen Schnittlauch. Am wohlsten fühlt sich der Schnittlauch übrigens an der frischen Luft, nicht in der stickigen Küche. Nach der “Saison” setzt man den Schnittlauch einfach in den Garten oder auf den Balkon. Über den Winter sammelt sich die Kraft wieder in der Zwiebel und im Frühling treibt sie neu aus. Die Plastiktöpfe hebe ich seit Jahren mittlerweile auf und verwende ich weiter für meine eigenen Samen und Setzlinge.