Du bist auf der Suche nach einem einfachen, aber richtig gutem Kaiserschmarrn Rezept? Aus Wien oder Tirol? Im Grunde ist das egal, denn wenn du gerne ein Original Kaiserschmarrn Rezept willst, musst du eigentlich nach Bad Ischl im Salzkammergut schauen. Der Legende nach wurde der Kaiserschmarrn nämlich dort erfunden! Die Wiener zählen ihn aber seit Langem zur guten Wiener Küche und die Tiroler haben ihn (nicht nur) für touristische Zwecke auf ihren Hütten und als Lieblingsspeise vieler deutscher Gäste im Skiurlaub ebenfalls annektiert.

Aber genug über die Herkunft, du willst sicher wissen wie du nun zuhause einfach einen guten Kaiserschmarrn machen kannst. Das ist gar nicht so schwer und die meisten Zutaten wirst du vielleicht sogar bereits zuhause haben.

Mein Lieblingsrezept ist eine Kombination aus der Anleitung vom vegetarischen Tiroler Haubenkoch Paul Ivic und DER Wiener Kochbuchautorin Katharina Seiser. Okay, ein bisschen mischt auch Frau Ziii mit. Fangen wir an! Hier das Rezept, weiter unten hast du die Möglichkeit es als PDF auszudrucken.

Einfaches Kaiserschmarrn Rezept

Menge: Für 4 Personen als geteilte Nachspeise oder 2 Personen als Hauptspeise

Du brauchst: eine feuerfeste Pfanne, eine Schüssel für den Teig und einen vorgeheizten Ofen (zur Not tut’s auch ein Pfannendeckel). Wenn du ihn karamellisieren möchtest, brauchst du zum Schluss noch eine zweite Pfanne oder einen großen Edelstahltopf.

  • 150 g glattes Weizenmehl (Type 550)
  • 250 ml Milch
  • 4 mittelgroße Eier
  • 10g Vanillezucker (falls vorhanden: mit echter Bonbonvanille*)
  • 20g Zucker zum Karamellisieren
  • Zitronenabrieb von 1/2 Bio-Zitrone
  • 30g Butter zum Backen (alternativ: Butterschmalz)
  • 40g Rosinen
  • echter brauner Rum (nach Belieben)
  • eine Prise Salz
  • Staubzucker zum Servieren (=Puderzucker)

*ausgedrückte Vanilleschoten in einem luftdichten Glas mit Zucker sammeln – so entsteht von ganz alleine echter Vanillezucker.

Zubereitung

Den Ofen auf 180 Grad Ober-Unterhitze vorheizen.

Das Mehl mit der Milch mit Hilfe eines Schneebesens glatt rühren. Es dürfen keine Klümpchen mehr zu sehen sein! Wenn Zeit ist, darf der Teig jetzt gerne noch 15-20 Minuten stehen und quellen bevor die Eier dazukommen.

Die Eier verrühren und einrühren. In der einfachen Variante werden die Eier nicht getrennt und das Eiweiß nicht aufgeschlagen.

Wenn du lieber einen besonders fluffigen Kaiserschmarrn möchtest, dann solltest du dieses Rezept ausprobieren: Fluffiger Kaiserschmarrn aus dem Ofen! Dafür werden die Eiweiß aufgeschlagen und der Kaiserschmarrn bäckt gänzlich im Ofen.

Rumrosinen für den Kaiserschmarrn: vorneweg gesagt: wer keine mag, lässt sie weg. Verpasst aber was. Für alle anderen, so geht’s: in einer ofentauglichen Pfanne die Butter schmelzen und die Rosinen einstreuen. Mit einem Schluck Rum ablöschen (auch hier gilt: wer keinen mag, lässt ihn weg.) Wer Rosinen, aber keinen Rum mag, kann die Rosinen auch mit einem Schuss Apfelsaft ablöschen.

Dann den flüssigen Teig in die heiße Pfanne mit der geschmolzenen Butter laufen lassen und die Rosinen gleichmäßig darauf verteilen. Er steht dann im Idealfall ca. 2cm dick. 2-3 Minuten aufbacken lassen, bis er am Rand der Unterseite goldbraun ist. Tipp: Wenn man ihn zulange zu heiß bäckt in den ersten Minuten wird der Boden etwas rustikal. Ich persönlich mag das!

Jetzt kommt die Pfanne für mindestens ca. 15 Minuten auf der mittleren Schiene in den Ofen bei 180 Grad. Tipp: Bei Umluft jetzt auf 160 Grad herunterschalten.

Wichtig ist, die Ofentür geschlossen zu halten und den Schmarrn gut zu beobachten. Am Anfang tut sich nichts und dann verdoppelt er sich plötzlich – meistens etwas unregelmäßig, so ist es genau richtig! Gut zu wissen: Das passiert auch, wenn das Eiweiß nicht aufgeschlagen wurde!

Kein Backofen? Kein Problem: Pfannendeckel drauf und Temperatur auf eine niedrige Stufe schalten. Dazwischen nicht lüften! Gegen Ende den Teig vierteln, vorsichtig umdrehen – fertig backen und zerreissen. Bei dem Schritt könnte man noch Zucker einstreuen zum leichten Karamellisieren.

Karamellisieren

Wer mag kann den Kaiserschmarrn karamellisieren. Dafür in einer weiteren Pfanne (ein großer Topf tut’s im Notfall auch) den Rest der Butter schmelzen und den Zucker leicht (leicht braun reicht!) karamellisieren lassen. Kurz davor die Pfanne aus dem Ofen nehmen und mit zwei Gabeln oder Löffeln den aufgegangen Kaiserschmarrn zerreissen (bloss nicht schneiden). Die Stücke in die Pfanne mit dem karamellisierendem Zucker geben.

Ich verwende dafür eine Emaille Pfanne von Riess, in der kann man den Kaiserschmarrn einfach in die Mitte des Tisches stellen und jeder bedient sich. Für 2 Portionen reicht eine 20cm Durchmesser Pfanne, für 4 eine 30cm Pfanne. Meine stammt übrigens vom Flohmarkt, aber auch auf Willhaben und Co finden sich schöne Secondhand Stücke!

Mit Staubzucker bestreuen und gleich servieren. Dazu reicht man in Wien z.B. Zwetschkenröster, Holunderröster oder auch Apfelmus. Im Westen, also in Tirol, gibt es meistens Apfelmus oder Preiselbeerkompott dazu.

Erlaubt ist, was schmeckt!

Voilà! Perfekter Kaiserschmarrn zum Fernweh stillen.

Das Rezept zum Ausdrucken

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Das beste Rezept | Original österreichischer Kaiserschmarrn

Einfaches Rezept für den besten Kaiserschmarrn aus der Pfanne.
Vorbereitungszeit15 Min.
Zubereitungszeit20 Min.
Ruhezeit Teig15 Min.
Arbeitszeit50 Min.
Gericht: Hauptgericht, Nachspeise
Land & Region: Alpine Küche, Österreich
Portionen: 4 Personen
Kalorien: 420kcal

Zutaten

Für den Teig

  • 150 g glattes Weizenmehl (Type 550 in DE, 700 in AT)
  • 250 ml Milch
  • 4 Eier
  • 10 g Vanillezucker
  • 20 g Zucker zum Karamellisieren
  • 1 Zitronenabrieb einer halben Bio-Zitrone
  • 30 g Butter zum Backen
  • Staubzucker zum Anrichten = Puderzucker

Rum Rosinen

  • 40 g Rosinen
  • 1 Schuss echter Rum

Beilage

  • Apfelmus, Zwetschkenkompott oder Preiselbeerenkompott nach Wahl

Anleitungen

Rum Rosinen vorbereiten

  • In einer ofentauglichen Pfanne 1 EL Butter schmelzen und die Rosinen einstreuen. Wer keine mag, lässt sie weg. Mit einem Schluck Rum ablöschen – wer keinen mag, lässt ihn weg. Wer Rosinen, aber keinen Rum mag, kann die Rosinen auch mit einem Schuss Apfelsaft ablöschen.
  • Den Ofen auf 180 Grad Ober-Unterhitze vorheizen.

Teig machen

  • Das Mehl mit der Milch mit Hilfe eines Schneebesens glatt rühren. Es dürfen keine Klümpchen mehr zu sehen sein! Wenn Zeit ist, darf der Teig an dieser Stelle gerne 15-20 Minuten stehen und quellen lassen.
  • Jetzt die Eier verrühren und hinzufügen. Zitronenabrieb, Zucker und die Prise Salz hinzufügen.

Backen in Pfanne und Ofen

  • Den Teig in die heiße Pfanne laufen lassen. Er steht dann je nach Größe der Pfanne ca. 2cm dick. Jetzt kommen die Rosinen dazu – gleichmäßig verteilen. 2-3 Minuten auf mittlerer Hitze backen lassen, bis er am Rand der Unterseite goldbraun ist.
  • Jetzt kommt die Pfanne für rund 15 Minuten auf der mittleren Schiene in den Ofen bei 180 Grad. (Bei Umluft jetzt auf 160Grad herunterschalten)
    Wichtig ist es, die Ofentür geschlossen zu halten und den Schmarrn gut zu beobachten. Am Anfang tut sich nichts und dann verdoppelt er sich plötzlich – meistens etwas unregelmäßig, so ist es genau richtig! Gut zu wissen: Das passiert auch, wenn das Eiweiß nicht aufgeschlagen wurde!
    Wenn er goldbraun ist und doppelt so groß wie zuvor, ist es Zeit ihn herauszunehmen.

Trick ohne Ofen (mit Pfannendeckel)

  • Kein Backofen? Kein Problem: Deckel drauf und Temperatur auf eine niedrige Stufe schalten. Den Deckel ab jetzt bis er fertig aufgegangen ist nicht mehr anheben! Nach 10-15 Minuten auf einer niedrigen Stufe, sollte er auch in der Pfanne fertig sein.

Kaiserschmarrn karamellisieren oder flambieren

  • Wer mag kann den Kaiserschmarrn karamellisieren. Dafür in einer weiteren Pfanne (ein großer Topf tut's im Notfall auch) den Zucker leicht karamellisieren lassen. Dabei stets bei der Pfanne bleiben und ein wachsames Auge haben.
    Kurz bevor der Zucker flüssig wird, die Pfanne aus dem Ofen nehmen und mit zwei Gabeln oder Löffeln den aufgegangen Kaiserschmarrn zerreissen (bloß nicht schneiden). Die Stücke in die Pfanne mit dem karamellisierendem Zucker geben und unterheben.
    Tipp: An dieser Stelle könnte man ihn auch mit hochprozentigem Rum flambieren.

Anrichten

  • Mit Puderzucker bestreuen und gleich servieren. Dazu reicht man in Wien z.B. Zwetschkenröster, Holunderröster oder auch Apfelmus. Im Westen, also in Tirol, gibt es meistens Apfelmus oder Preiselbeerkompott dazu.
    Erlaubt ist, was schmeckt!

Feedback: Let's talk about it

  • Dir hat mein Kaiserschmarrn geschmeckt? Dann freue ich mich über eine Bewertung und das Teilen des Rezeptes.
    Du hast Feedback für mich? Dann schreib mir doch gerne eine E-Mail mit deinen Verbesserungsvorschlägen.

Tipps, Tricks und Alternativen rund um den Kaiserschmarrn

Folgende Tipps und Tricks bekannter österreichischer Köche und Autoren möchte ich euch hier als kleine Tricksammlung weitergeben.

  • Paul Ivic Methode: Ganz zum Schluss den Schmarrn nochmal mit Rum ablöschen. Ganz schön viel Rum? Ja, es zahlt sich also aus einen guten zu nehmen, keinen billigen Inländer Rum… Bei dem letzten Schritt würde sich auch flambieren anbieten!
  • Katharina Seiser Trick: ca 2/3 der Milch mit Sauerrahm ersetzen.
  • Richard Rauch gibt in seiner Jahreszeitenkochschule sogar an, die Milch mit Joghurt zu ersetzen.
  • Noch ein mir bekannter Wiener Trick: 1/2 der Milch mit stark prickelndem Mineralwasser ersetzen.

Fehler & No Gos beim Kaiserschmarnn

Backpulver im Kaiserschmarrn?

Nein, auf gar keinen Fall! Es kursieren aber tatsächlich schlechte Rezepte im Internet, die das für notwendig empfinden und Menschen, die das für gut heißen… Wer sich an die Anleitung hält, hat am Ende einen super Kaiserschmarrn – ganz ohne Backpulver (das man übrigens ja schmeckt, igitt!)

Sollte man den Teig nicht in der Pfanne umdrehen? Wie bei Palatschinken?

Klar kann man das machen und ja, das habe ich früher auch gemacht. Aber, wenn du wissen willst, wie dein Kaiserschmarrn besser wird, dann rate ich dir es nicht zu tun. Kaiserschmarrn ist eine Art Soufflé, das man in der Pfanne ein paar Minuten brät und dann im Ofen (oder zur Not auch mit Deckel) aufgehen lässt. Es verdoppelt, verdreifacht sich die Masse dabei – sogar ohne Eischnee. Probier’s einfach mal aus!

Sollte da nicht mehr Butter rein?

Ich mag keinen fettigen Kaiserschmarrn. Der schlechteste Schmarrn, den ich je gegessen habe gabs auf einer Hütte im Ötztal. Fotografiert habe ich ihn trotzdem, aber die kleinen Stücke triefend in Butter kann ich niemand empfehen. Mittlerweile habe die Pächter der Hütte gewechselt.

Hast du ein gutes Rezept für Blaubeerschmarrn?

Einfach die Rosinen im Rezept mit Blaubeeren austauschen (dann ohne Rum). Aber bitte nur solange die “Blaubeeren” wilder Herkunft sind (dann üblicherweise eher unter dem Namen Heidelbeeren, Moosbeeren, Schwarzbeeren zu finden in Österreich) und auch wirklich nach Waldbeeren schmecken! Kennst du mein Rezept für Original Tiroler Moosbeernocken schon? Das mag ich noch lieber!

Bist du auch auf Pinterest? Dann freue ich mich, wenn du dir das Rezept auf einer deiner Pinnwände merkst. Folge mir doch auf pinterest.de/escapetown und lass mich wissen, wie dir dein Kaiserschmarrn geschmeckt hat!