Canon EOS R6 im Test

Mit welcher Kamera fotografierst du? Eine Frage, die euch auf Instagram immer wieder interessiert. Dabei muss ich zugeben: ich fotografiere (noch) mit einer recht alten Canon 6D aus 2015. Warum? Weil ich sie mag und gute kenne. Ich habe drei Buchprojekte mit ihr fotografiert, unzählige Blogartikel und Corporate Content Aufträge für Kunden damit fotografiert und gefilmt. Eine neue Kamera hingegen muss man erstmal kennenlernen… Bis man jeden Handgriff auch im Schlaf und in der Dunkelheit drauf hat, dauert es oft lang. Nun stosse ich aber doch schon recht oft an die Grenzen der damaligen Technologie und ein Upgrade ist lange überfällig. Vor kurzem durfte ich ein Monat lang die spiegellose Vollformat-Systemkamera Canon EOS R6 testen, in Kombination mit meinem Traumobjektiv CANON RF 24-70MM F2.8L IS USM und dem 85mm RF sowie einem Adapterring für meine bisherigen EF-Objektive.

Das Equipment wurde mir dafür von Canon für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt. Alle Meinungen sind wie immer meine eigenen.

Welche oder wieviele Kameras brauche ich?

Ich arbeite als Content Creator – betreibe diesen Blog, schreibe für andere Medien und erstelle Content für unterschiedliche Kooperationspartner und Kunden. Fotos sind ein weniger Bestandteil meines beruflichen Alltags und der Großteil davon spielt sich draussen in der Natur ab.

Bei Outdoorfotografie stellt sich immer wieder die Frage: wieviel extra Gewicht bin ich bereit zu tragen? Ich habe daher 2020 eine kleine Sony RX 100 V als Zweitkamera für Reisen und lange Wanderungen gekauft. Fazit des Versuchs war: sie mag gut sein und sehr lichtempfindlich: ABER ich vermisse die wechselbaren Objektive und trage doch lieber etwas mehr Gewicht mit mir rum, um dann auch tolle Fotos zu haben. Für alles andere habe ich ja immer noch mein iPhone. Die ultra-leichte Kamera, die alles kann wird es wohl noch lange nicht gibt. Obendrauf bin ich beruflich sehr viel mit Kamera unterwegs, dann darf der Rucksack auch mehr wiegen, als wenn ich “rein privat” wandern gehe. Zusammenfassend: für mich gibt es nur entweder meine “echte Kamera” oder eben das Handy. Damit komme ich gut aus.

Unterwegs mit der EOS R6

Die EOS R6 ist wie anfangs bereits erwähnt eine Spiegellose Vollformat-Kamera und eignet sich damit für den privaten, aber auch den professionellen Bereich. Die 20 Megapixel, die sie bietet reichen für hochauflösende Fotos – also vom Instagram-Shot bis hin zur Plakatwand. Der interne Bildstabilisator hat bis zu 8 Stufen mit bis zu 20 B/s. Videos kann man damit auch machen: 4K 60p Videos, sie hat natürlich BluetoothWLAN. Maximal hat sie umwerfende ISO 102.400. Anderswo im Netz wird sie oft als kleine Schwester der EOS R5 gehandelt, die noch mehr kann, aber auch viel teurer ist. Für meine Zwecke würde das vorerst über das Ziel hinausschießen, daher habe ich mich mit einem Vergleich auch nicht weiter befasst.

Mit Stativ und Fernauslöser

Da ich oft alleine auf Recherchereisen bin, ist es mir auch wichtig ohne zweite Person schöne Fotos nach meinen Vorstellungen machen zu können. Dabei ist einerseits ein Stativ gold wert, andererseits gibt es diverse Einstellungen und Features an der Kamera selbst, die das vereinfachen.

Ich habe ein leichtes Alu Reisestativ von Manfrotto & einen Gorilla Tripod. Für Studiofotos habe ich zusätzlich noch ein großes Manfrotto Stativ mit 90° Mittelsäulensystem (ideal für Food Fotografie).

Stativ hin oder her: Da man aber meistens nicht zu einem Ort wandert und dann dort stundenlang Zeit hat, sondern man unterwegs immer wieder Fotos macht ist es wichtig einfach viele Fotos auf einmal machen zu können, um später eine gute Auswahl treffen zu können. Mit der Camera Connect App von Canon am iPhone stelle ich scharf, ändere die Blende und löse bequem aus der Ferne aus. Das funktioniert auch mit meiner alten 6D – allerdings viel holpriger als mit der EOS R6 wo alles fließend sich verbindet und keine Wartezeiten entstehen.

Auch wenn sich nicht alles am gleichen Ort befindet wie auf meiner Kamera, war ich erstaunt wie schnell ich mich an die neuen Knöpfe gewöhnt habe. Canon bleibt eben doch Canon und er einmal auf ein System “eingelernt” ist findet sich bei anderen Modellen sicherlich schneller zurecht als auf anderen Systemen.

Das schwenkbare Touchdisplay fand ich übrigens zuerst unnötig, aber hat man sich einmal daran gewöhnt ist, möchte man es auch nicht wieder eintauschen! Besonders praktisch ist, dass man das Display drehen und wenden kann. Dh. entweder seitlich klappen oder wieder einklappen und nutzen. Wie konnte ich nur solange ohne dieses Feature leben? Einziger Nachteil: der LiveView und das Display leert den Akku deutlich schneller als ich es bisher gewohnt war.

Ich bin eindeutig Typ: Bedienungsanleitung durchlesen und testen. Hier mit Touchdisplay.

Canon RF 24-70mm F2.8L IS USM Objektiv als hoher Standard

Für mich ein absolutes Traumobjektiv, weil es sich wie eine Fixbrennweite anfühlt und einem die Flexibilität des Zoombereichs 24-70mm gibt. Damit decke ich 90% meiner fotografischen Bedürfnisse mit nur einem Objektiv ab. So zumindest mein erster Eindruck.

RF 85mm für The Great Indoors Projekte

Das deutlich günstigere 85mm F2 Macro IS STM Objektiv habe ich für ein kleines Lockdown Projekt hergenommen und damit eine kleine Serie für #thegreatindoors fotografiert. Da ich bisher noch nie mit einem 85mm Objektiv gearbeitet habe, war das super spannend und ich denke eine schöne Ergänzung – auch für Wanderungen und Reisen, da man so die schönsten Bergspitzen spektakulär “zu sich holen” kann. Mit diesem Objektiv könnte ich mir auch gut vorstellen eine Hochzeit zu fotografieren, da man ohne lästig zu sein, sehr nah an die Motive rankommt.

Adapter EF auf RF

Mit dem Bajonettadapter kann ich auch alle meine EF Objektive an die EOS R6 anschließen – das hat wunderbar funktioniert. Nur die neue Objektivlänge (=länger) ist etwas gewöhnungsbedürftig beim Halten der Kamera. Für einen sanften Übergang von einem System zum nächsten, finde ich den Adapter trotzdem sehr empfehlenswert! Da ich mich auf auf die zwei RF-Testobjektive konzentriert habe, möchte ich dazu gar nicht vie mehr sagen. Ich denke nur, dass es wichtig ist zu wissen: den Adapter gibt’s und er funktioniert!

Fazit

Ob sich eine Kamera, die wohl immer eine teure Anschaffung sein wird, auszahlt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich gibt es nur wenige Dinge, die ich zum Arbeiten brauche: einen schnellen Laptop, ein Smartphone mit großem Speicher und eine Kamera, mit der ich meine Ideen so umsetzen kann, wie ich mir das vorstelle. Die Canon EOS R6 sehe ich für mich als Sprungbrett in die nächste Stufe der Fotografie.

In diesem Sinne freue ich mich, jetzt endlich bald das Upgrade zu wagen und mich auf neue Fotoabenteuer und Projekte einzulassen!