Ein perfektes Wochenende bei den 3 Zinnen

Im Südtirol, kurz nach der österreichisch-italienischen Grenze treffen in der Region der Drei Zinnen Nord und Süd aufeinander. Schroffe Bergwelten, kristallklare Bergseen, alpiner Lifestyle und mediterrane Genusswelten. „Für die Süditaliener sind wir Südtiroler schon fast Norddeutsche, für die Deutschen sind wir hingegen Italiener. Als Südtiroler können wir uns das so richten, wie wir wollen“ erzählt uns der der Pastakoch Markus Holzer aus Innichen. Für Besucher der Region gilt das erprobter Weise ebenso. Am besten erkundet man die Region zu Fuß, erklimmt die Berge, kühlt die Füße in den eiskalten Bergseen und belohnt sich dafür mit diversen Schmakerln der Region in mehreren Gängen – ganz nach italienischer Manier zuerst Pasta (primi piatti) und dann (secondi piatti) einem saftigem Stück Fleisch, zum Abschluss noch ein Espresso und dann ab ins Bett, denn am nächsten Tag gibt es wieder viel zu tun.

Anfang Juli war ich gemeinsam mit Elisa für justtravelous.com drei Tage in der Region der Drei Zinnen, die übrigens im sogenannten Hochpustertal auf Südtiroler Seite liegt, unterwegs. Hier findet ihr unser Programm mit allen Orten zum Nachreisen, einzelne Teile oder komplett – ganz wie es euch beliebt. Damit das Wochenende perfekt wird, braucht es übrigens einen Tag extra ;-) Hier also ein 3-Tagesprogramm, das man leicht abändern kann.

Hüttentour zu den Drei Zinnen mit Übernachtung auf der Büllelejochhütte

Tag 1 und 2. Wir reisen bereits am Vorabend an, um entspannt in die Wanderung starten zu können. Die erste Nacht verbringen wir im Hotel Bad Moos das direkt am Eingang des Fischleintals liegt. Vom Parkplatz am Ende der Straße im Fischleintal geht es zunächst eben bis zur Talschlusshütte, wo wir nochmal Wasser auffüllen und uns auf die nächsten Stunden vorbereiten.

Ab hier geht der Weg stetig bergauf. Es geht zuerst durch einen kleinen Wald und dann durch die Latschen nach oben. Am Ende des Aufstiegs rasten wir nochmal und blicken zurück ins Tal. Die meisten Höhenmeter haben wir bereits hinter uns gebracht und mit jedem Schritt tauchen mehr Bergspitzen auf. Auf der linken Seite sehen wir bereits den Weg der uns später zur Büllelejochhütte bringen wird. Doch zuerst wollen wir noch das namengebende Highlight der Region sehen: die Drei Zinnen. Malerisch stehen die drei Felsen hinter der Drei Zinnen Hütte. Ab hier wuselt es nur so von Menschen, die ihre Kameras und Handys zücken und gar nicht genug bekommen können. Uns geht es da nicht anders. Wäre dieser Ort nicht real, würde er bestimmt in einem Märchenbuch stehen. Wir jausnen auf der Wiese vor der Hütte und beobachten die Wolken, wie sie in Windeseile vorbeiziehen.

 

Dann geht es weiter zum Tagesziel: der Büllelejochhütte. Der Weg führt zuerst eben, dann steil in ca einer Stunde bis zur Hütte. Wir melden uns an, suchen uns im Lager am Dachboden einen Schlafplatz aus und dürfen aus einigen Vorschlägen unser Abendessen zusammenstellen, das es um 19 Uhr dann gibt. Ins Schlaflager führt eine steile Holzleiter, unten befinden sich noch ein WC und ein Waschraum (keine Dusche) – spartanisch, aber sehr urig und nett. Als ich nochmal eine Runde drehe begegne ich sogar einem Murmeltier, dass sich dann aber schnell wieder in einem der vielen Löcher verkriecht.

Eine wohlverdiente heiße Schokolade bei der Büllelejoch Hütte.
Eine wohlverdiente heiße Schokolade bei der Büllelejoch Hütte.

Sonnenaufgang auf der Oberbachernspitze

Um 4 Uhr morgens klingelt der Wecker und wir ziehen uns leise an. Warm eingepackt geht es ca eine halbe Stunde im Dunkel bergauf zum Gipfel. Noch dämmert es und erst langsam kommen die ersten Sonnenstrahlen durch. Ein frischer Wind kommt auf und mit ihm auch die Sonne. Direkt unterhalb des Gipfelkreuz befindet sich ein schmaler Gang im Berg, der einen grandiosen Ausblick gewährt – einer der vielen Stollen, die noch aus dem ersten Weltkrieg stammen. Tipp: für Sonnenaufgangswanderungen ist eine Stirnlampe besonders praktisch!

Nach einem guten Frühstück vom Buffet geht es dann wieder über die Zsigmondyhütte zurück ins Tal. Am Nachmittag fahren wir noch eine Runde am Pragser Wildsee mit dem Boot und gönnen uns ein gutes Abendessen im Hotel Adler in Niederndorf. Ansonsten entspannen wir müde im Hotel JOAS in Vierschach, genießen eine Dusche nach den Strapazen und schwelgen in Erinnerungen an den frühen Morgen.

Unsere Rundwanderung im Überblick

  • Fischleinbodenhütte Parkplatz (1,454m) – Talschlusshütte: ca 30 Minuten
  • Talschlusshütte durchs Altensteiner Tal zur Drei Zinnenhütte (2,405m): ca. 2,5-3 Stunden | 951 Höhenmeter | 14km
  • Drei Zinnen Hütte – Büllelejochhütte (2,528m): ca. 1 Stunde | 128 Höhenmeter
  • Büllelejochhütte – Zsigmondyhütte (2,204m): ca 30 Minuten bergab
  • Zsigmondyhütte – Fischleinbodenhütte: ca 2-2,5 Stunden bergab

Gut zu wissen: Die Runde können sportliche Bergsteiger auch in einem Tag gehen, dann verpasst man allerdings das Hüttenerlebnis und den Sonnenaufgang! Wer gerne Klettersteige geht könnte auf dieser Runde auch den Paternkofel „mitnehmen“, über die Paternkofel Runde habe ich hier schonmal geschrieben. Und wer ganz faul ist kommt auch von der Auronzohütte hierher in gemütlichen 2 Stunden (390hm). Bis zur Auronzohütte kommt man mit dem Auto oder Bus.

Übernachtungsmöglichkeiten auf der Rundwanderung

Hüttenschlafplätze sollte man immer so früh wie möglich buchen, auf der Büllelejochhütte braucht man einen Hüttenschlafsack. Handyempfang gibt es bei beiden Hütten nur wenig/im Umfeld der Hütte. Auf der Büllelejochhütte kann man abends einen W-LAn Zugang kaufen (7€/Std Satellitenverbindung). Abends gibt es auf den Hütte köstliche Halbpensionsdeals (Abendessen/Frühstück). Tipp: die Hüttenöffnungszeiten variieren auch nach Wetter (ca. Mitte Juni – Ende September)!

Praktisch zum Mitnehmen: 

  • Handyladegerät und Powerbank
  • Stirnlampe fürs Matratzenlager und den Sonnenaufgang
  • event. Hüttenschlafsack
  • Bloss nicht vergessen: Bargeld!

Wanderung auf den Strudelkopf

Tag 3. Nach den zwei anstrengenden Tagen entscheiden wir uns am letzten Tag für eine sanfte Wanderung von der Plätzwiese zum Strudelkopf, von wo man einen genialen Rundblick hat. Unter anderem auch auf die Drei Zinnen! Gehzeit ca 1,5 Stunden | 357 Höhenmeter | Mehrere Einkehrmöglichkeiten am Weg (Plätzwiese, Almhütte, Dürrensteinhaus)

Anfahrt: auf die Plätzwiese führt eine Mautstrasse, morgens dürfen bis 10:00 100 Autos rauffahren gegen eine Mautgebühr, danach fährt der Bus regelmäßig. Unten kann man sein Auto am Parkplatz stehen lassen.

Alternative: Wer mehr Zeit hat kann von der Plätzwiese in 2-3 Stunden auch den Dürrenstein (2,839m) erklimmen (nur bei Schönwetter ratsam).

 

Der Pragser Wildsee

Neben dem Dürrensee und dem Toblachersee ist der Pragser Wildsee (Lago di Brais) am Ende des Pragsertals vor der gewaltigen Kulisse des Seekofels sicherlich der beliebteste See in der Region. Viele Italiener wandeln hier auf den Spuren von Terrance Hill, der hier die Fernsehserie „Un passo dal Cielo“ gedreht hat. Die Serie kommt in Kürze übrigens auch auf Deutsch raus! Der Rest der Welt kennt vermutlich eher eins der vielen Instagram oder Pinterest Bilder, die seit einigen Jahren die Fans anziehen. Am besten kommt man früh morgens oder abends zum Fotografieren. Oder man übernachtet einfach im wunderschönen Grandhotel, das direkt am Ufer steht und liebevoll als Familienbetrieb geführt wird.

Bootsfahrten mit den hübschen Holzbooten sind bei Schönwetter zwischen 10:00-ca. 19:00 möglich, die Stunde kostet 18€. Wir waren am Tag nach der Hüttenwanderung hier und haben eine gemütliche Runde am See gedreht.

Alternative: die beiden anderen Seen (Toblacher See und Dürrensee) liegen direkt an der Hauptstrasse nach Toblach in Richtung Süden! Am Weg zum Dürrensee kommt man bei einer Aussichtsplattform vorbei von der aus man die Drei Zinnen sehen kann! Übrigens die einzige Stelle von der aus man die Drei Zinnen vom Tal aus sehen kann.

Essen

Abgesehen vom alpinen Dreigängemenu auf der Büllelejochütte, haben wir im Hotel Bad Moos, im Hotel Adler in Niederdorf und bei Markus Holzer auf der Jora Hütte gespeist.

Hotel Adler
Südtiroler Küche auf Haubenniveau. Für den Aperitif haben wir einen Drink vor dem Restaurant in der Sonne genoßen und sind dann in die alte Gaststube gegangen. Das Beef Tatar wird mit den allerbesten Zutaten frisch am Tisch zubereitet und eine Portion ist reichlich für zwei. Aber auch die anderen Gerichte waren vorzüglich und wir sind satt und erfüllt schlafen gegangen. Wer die Weinkarte weiter durchkosten möchte, könnte sich hier auch direkt im Hotel einquartieren!

Hotel Adler
Von-Kurz-Platz, 3, 39039 Niederdorf
Tel: +39 0474 745128

Jora Hütte 

Markus Holzer ist spezialisiert auf Pasta und hat uns zwei verschiedene Pastagerichte gezaubert mit einem Wildkräutersalat aus dem eigenen Garten/Wald. Für eine Verkostung muss man sich anmelden (wöchentlich Freitag/Samstag) inkl. Taxiservice. Mehr dazu in Kürze hier am Blog! 

Jora Hütte Mountain Dining
Via Pascolo, 6, 39038 Innichen (San Candido) – zu Fuß: 20min ab Parkplatz Talstation Haunoldlifte (gratis Parkplatz)
Tel: +39 340 152 4024

 

Unterkunft

Bad Moos

Im Hotel am Anfang des Fischleintals geht es bei unserer Übernachtung sehr italienisch zu, auch bei Abendessen. Für den Wellnessbereich fehlt uns leider die Zeit, dafür genießen wir abends die schöne Aussicht vom Restaurant aus.

Hotel Bad Moos
Fischleintalstraße, 27, 39030 Sexten
Tel: +39 0474 713100

JOAS

Die letzen zwei Nächte haben wir im 2016 eröffneten JOAS Bed & Breakfast in Vierschach verbracht. Das moderne Haus ist sehr geschmackvoll eingerichtet und liegt am ruhigen Ortsende direkt vor Wiesen, Wäldern und in der Ferne ein paar schroffe Gipfel. Das köstliche Frühstückbuffet ist bedacht zusammengestellt aus Produkten aus der Region und ich hätte noch Stunden am Frühstückstisch verbringen können. Selbst jetzt wo ich am Schreibtisch sitze und das schreibe träume ich noch ein bisschen davon. Der perfekte Ort für bewusste Genießer, Frühstücksfans und alle, die statt Alpenkitsch lieber klares Design haben.

JOAS Bed & Breakfast
Via Elmo, 22, 39038 Vierschach | Innichen
Tel: +39 0474 910013

Anreise in die Region der 3 Zinnen

Mit dem Auto aus dem Süden Deutschlands entweder über den Brenner oder den Felbertauern. Öffentlich: mit der Bahn über München/Innsbruck/Brenner bis Brixen. Von hier mit dem Regionalbahn zB bis Toblach und dann mit dem Bus. Einige Hotels bieten auch ein Shuttle oder Abholservice an – es gibt auch eine eigene Broschüre vom Tourismusverband mit dem Bus- und Zugfahrplan.

Alle besuchten Orte auf Google Maps:

 

Dieser Guide ist in Kooperation mit der 3 Zinnen Dolomites Region (auch auf Facebook & Instagram zu finden) im Zuge einer Kampagne entstanden.

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