WERBUNG | Ein Ausflug in Tirol in Kooperation mit dem Verkehrsverbund Tirol.

Wunderschöne Orte in den Alpen verstecken sich nicht nur dort, wo Bilder in sozialen Netzwerken mit Geo Tags versehen werden. In Wahrheit lauern sie überall, hinter jeder Ecke. Man muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Wie zum Beispiel zum Sonnenuntergang am Fuße der Thaurer Kaisersäule mit Blick auf Innsbruck.

Mehr sehen vom Land

In die Ferne schweift man schnell, doch gerade in Tirol, in Mitten der Berge gibt es unendlich viele schöne Orte, die näher sind als man meint. Es zahlt sich aus, sich auf Heimat Exkursion zu begeben und anstatt jedes Mal gleich in einen Flieger zu steigen, die geheimen Ecken des eigenen Landes kennenzulernen. Warum also nicht einfach mal losgehen? Das erfordert weniger Planung, weniger Zeit und macht umso mehr Spaß.

Also ab in den nächsten Bus von Innsbruck nach Thaur und los geht’s. (Die genauen Anreiseinfos findet ihr unten)

Eine wunderschöne Wanderung im Herbstlicht.
Die Kaisersäule in voller Pracht.

Eine Pyramide namens Säule

Ursprünglich war das 1816 aus Holz errichtet Bauwerk als “Franzens-Pyramide” bekannt, wieso sie heute als Säule bezeichnet wird ist ungewiss. 1839 wurde das vermutlich morsch gewordene Bauwerk dann aus Stein neu errichtet und so steht es heute noch da. Gewidmet wurde sie dem Kaiser Franz I., der im Oktober vor über 200 Jahren selbst einmal hier gestanden ist. Die Innschrift lautet:

Den Nachkommen zur Erinnerung, dass in Mitte ihrer treuen Väter weiland Kaiser Franz I. von dieser Stelle Volk u. Land wieder begrüßte.

Der Kaiser war damals aus Wien angereist, um die Saline im Halltal zu besichtigen. Von dort stieg er über das sogenannte Törl auf und blickte von dem Bergrücken wo heute die Säule steht, ins Inntal. Im Tal waren erst einige Jahre zuvor (1809) die Schlachten zwischen Bayern/Napoleon und den Tirolern (Stichwort Andreas Hofer, der “für Gott, Kaiser und Vaterland“ kämpfte) ausgetragen worden.

Der Kaiser war damals 47 Jahre alt. Ob er selbst gegangen oder in einer Senfte getragen wurde, ist nicht überliefert. Den Blick auf die Thaurer Alm und die Weiden hatte der Kaiser damals vermutlich auch schon, denn die Grasweiden wurden seit dem Mittelalter genutzt. Im letzten Jahrhundert hieß die Alm allerdings noch “Stanglalm”, benannt nach einem der ehemaligen Besitzer – dem Stanglwirt in Thaur. Nachzulesen sind diese Fakten übrigens auf unterschiedlichen Websites, ua. beim Verein CHRONOS, dem Verein für Dorfgeschichte in Thaur. Wer sagt, dass Wandern nicht auch eine Lehrstunde in Sachen Geschichte sein kann?

2019 wurde die Kaisersäule und 106.300 m2 Fläche ringsum übrigens von den Österreichischen Bundesforsten an die Gemeinde Thaur für 26.000€ verkauft. Jetzt gehört der Blickfang am Berg auch offiziell zur Gemeinde.

Die Thaurer Alm.
Ab hier geht’s steil bergauf zur Kaisersäule.

Wanderung zur Kaisersäule

Die Wanderung beginnt im Dorfzentrum von Thaur. Hier beginnt der lange Aufstieg zur Kaisersäule, die man bereits aus dem Dorf hin und wieder auf dem Bergrücken hervorleuchten sieht. Die ist aber keine allzugroße Attraktion, so dass man zunächst folgt den Schildern zum Romediwirt, bzw. der Thaurer Burgruine folgt (ca. 30 min). Über den Kreuzweg geht es vorbei an Pferdeweiden bis zum neuen Gasthaus. Kurz danach biegt ein kleiner Waldweg ab in Richtung Thaurer Alm “Alter Thaurer Almweg”, die erste Option für einen direkten Anstieg.

Einfacher, aber etwas langweilig, ist die Wanderung über die Forststraße, die vorallem bei Mountainbikern beliebt ist. Die dritte Möglichkeit ist der weiter links liegende Gasperlsteig, der von Rum hinaufführt. Ein schöner, aber recht steiler Pfad. Ich bleibe diesmal am alten Thaurer Almweg und bin rasch am letzten Stück angelangt, das über die Forststraße zur Alm führt. Diese lasse ich links liegen und folge den Schildern weiter zur Kaisersäule. In diversen Wanderbeschreibungen liest man von “KS” Symbolen, die den Weg markieren sollen, davon finde ich jedoch keine. Der Weg führt in Schlangenlinien jedoch ziemlich steil und direkt durch Latschenkiefern zur Säule.

Los geht es im Ortzentrum von Thaur.
Am schönsten ist es im Wald im Herbst.

Belohnt wird man mit einem wunderbaren Ausblick auf Innsbruck, ins Inntal und ins Karwendel. Drei Tische und Bänke bieten Rastmöglichkeiten, oder aber man kehrt am Rückweg bei der Thaurer Alm ein (Tipp: im Herbst kann man dort auch Törggelen). Für den Rückweg empfiehlt es sich eine Stirnlampe mitzunehmen. Da ich keine dabei habe, laufe ich ziemlich schnell wieder nach unten um der Dunkelheit, die sich im Tal bereits breit macht zuvor zu kommen. Gerade als das letzte Sonnenlicht den Bettelwurf erleuchtet stehe ich wieder im Ort und weniger später im Bus, der mich nachhause bringt.

Gehzeiten

Ich habe für die Wanderung vom Ortszentrum Thaur zur Thaurer Alm 2 Stunden gebraucht und 40 Minuten zur Kaisersäule, inkl. Fotopausen. Über die Forststraße sind 2,5h angegeben vom Ortszentrum bis zur Hütte + 40min zur Säule. Zurück ging es über den Gasperlsteig nach Rum in ingesamt 1,5 recht schnell. Das sind ungefähre Angaben, jeder geht unterschiedlich schnell. Bedenkt, dass es jeden Tag ein wenig früher dunkel wird…

Sunset Heimat-Style.

Wander-Tipps

Für einen Sonnenuntergangswanderung empfehle ich Wanderstöcke und eine Stirnlampe für den Rückweg. Warme Wechselbekleidung, Energiesnacks und Wasserflasche nicht vergessen. Unterwegs gibt es immer wieder Quellen (zB an der Thaurer Alm) zum Auffüllen. Freitags (15:00-18:00) und Samstags (8:00-12:00) kann man im kleinen Bauernladen in Thaur auch noch eine regionale Jause kaufen. Ansonsten lädt die Thaurer Alm von Ende April is Ende Oktober zur Einkehr ein.

Öffentliche Anreise

Mit dem Bus 501 oder 502 vom Hauptbahnhof Innsbruck (halten alle auch am Terminal Marktplatz) bis zur StationThaur Isserbrücke“. Beim Abstieg hat man die Wahl zwischen Thaur und Rum – von beiden Orten fahren die Busse nach Innsbruck zurück. Alle Fahrplaninfos gibt’s auf fahrplan.vvt.at, bzw. in der Smartride App.

Tipps für das richtige Ticket findet ihr im Artikel “Mit den Öffis durch Tirol“!

PS: Pinn mich!