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Als in Tirol die Corona-Quarantänezeit begonnen hat, habe ich eine Liste gemacht mit all jenen Dingen, die ich schon ewig machen wollte und bisher immer auf später verschoben habe. Den vorletzten Punkt darauf habe ich nun auch endlich geschafft: ein Fotobuch unserer letzten Reise nach Mexiko und Belize zu machen.

Wir haben schon zwei Fotobücher zuhause, eins über unsere Montana Reise 2015 (bestellt bei Blurb, hier am Blog zu finden) und eins über Nambia 2017 (bestellt bei Hoferfoto). Dieses Mal wollte ich das CEWE FOTOBUCH testen und hab dafür einen Gutschein zur Verfügung gestellt bekommen, den Restbetrag habe ich selbst bezahlt.

Beim Bestellen auf der CEWE Website entscheidet man sich zuerst für ein Produkt. In meinem Fall das Fotobuch Groß Panorama Hardcover, ca. 28 x 21 cm, mindestens 26, maximal 178 Seiten. Dann für einen Händler mit Postversand oder Abholung im Geschäft (zB Amazon, Hartlauer Müller, dm, Bipa, Mediamarkt) und erst dann lädt man die entsprechende Software zur Erstellung auf den Computer. Vorteil ist sicherlich, dass man in Ruhe alles fertig machen kann und erst dann die Daten hochlädt. Nachteil: es braucht Speicherplatz am Computer. Mindestanforderung sind 5GB freier Speicherplatz, die App selbst hat 248 MB beim Download.

Alternativ gibt es auch eine eigene App für iPhone und Android über die man das Fotobuch erstellen und bestellen kann, was vor allem für reine Handyfotografen interessant ist. Ich hatte diesmal eine Kamera dabei und wir haben Fotos mit dem Handy gemacht, da alle Fotos in Lightroom waren, habe ich mich für die Computer Software entschieden.

Reiseerinnerungen festgehalten in einem Buch.

10 einfache Tipps für dein Fotobuch

Die Software ist pretty straight forward und wer bereits mit Programmen wie InDesign gearbeitet hat findet sich sicherlich schnell zurecht. Ein paar Tipps habe ich trotzdem gesammelt, die euch vielleicht bei der Erstellung helfen. Mir war wichtig ein cleanes, minimales Design zu haben – die Fotos sollen wirken und ich wollte keine bunten Rahmen oder andere Späßchen wie Grafiken (“Clipart”, wer kennt sie noch aus Word?) im Bild haben. Das geht zum Glück ganz einfach: neues Projekt erstellen (im Programm kann man sich auch nochmal für zB ein anderes Format entscheiden) und dann die. Gestaltungsvorlage wählen. Ich habe Seiten mit Platzhalter gewählt, fürs zweite Projekt würde ich leere Seiten nehmen, denn sobald man neue Seiten hinzufügt haben die das gleiche Schema wie man Anfang und ich finde leere Seiten angenehmer für Erweiterungen.

Tipp 1: Foto über Buchrücken ziehen

Im Gegensatz zu den zwei Fotobüchern, die ich schon habe, war ich sehr erfreut zu sehen, dass ich mein Titelbild über den Buchrücken ziehen kann. Das finde ich macht einen besonders schönen Look. Das rote CEWE-Logo kann man entfernen, ich persönlich brauche ich den Produzenten nicht auf meinem Fotobuch und es wäre mir ein Dorn im Auge. Klick drauf und weg ist es.

Gut zu wissen: Leider taucht das Logo und das Foto-Paradies Logo von dm dann doch nochmal recht präsent auf: auf der vorletzten Seite im Buch. Das sieht man in der Gestaltungssoftware nicht und kann man auch nicht ändern.

Tipp 2: Seitenfavoriten erstellen

Von 0 bis 12 Fotos pro Seite gibt es verschiedene Seitenvorlagen. Daraus habe ich mir die 17 schönsten Seitenkombis rausgesucht. So viele sind es geworden, weil ich öfters rechte und linke Seiten im gleichen/passenden Design zusammengesucht habe – grundsätzlich gilt: less is more. Sich wiederholendes Seitenlayout bringt Ruhe ins Design.

Screenshot: am besten speichert man sich Favoriten unter den Seitenlayouts ab.

Tipp 3: Finde eine Struktur

Wie in einem echten Buch auch, habe ich mir Kapitel überlegt für das Fotobuch. Bei einer Rundreise ging das ganz leicht nach Orten. Immer wenn wir an einem neuen Ort sind, kommt ein einseitiges Foto ohne weißen Rahmen. Das soll dann das optische Signal für “neuer Ort” sein. Funktioniert finde ich ganz gut. Eine andere Art der “Sortierung” könnte auch: Essensfotos, Strandfotos, Muster, etc. sein.

Tipp 5: Das Titelbild

Ich habe mich beim Titelbild für ein Foto entschieden, das mir gefallen hat. Die riesige Schaukel in einem kleinen Kaff in Belize war einfach schön und ich finde das Bild cool. Gemacht habe ich es indem ich das iPhone an einen Baum gebunden hab und den Selbstauslöser eingestellt habe. Leider ist es also ein iPhone und kein Kamerabild – die Qualität ist zwar ausreichend laut Software aber im Nachhinein würde ich bei so großen (A4) Titelbildern doch lieber ein besonders hochauflösendes zu nehmen. Geschmackssache, aber auch wenn es nicht pixelig sondern “flüssig” ist, stört mich ein wenig, dass doch nicht ganz ideal für das Titelbild ist. Nörgeln auf hohem Niveau, ich weiß. Aber vielleicht hilft der Gedanke ja dem einen oder anderem bei der Entscheidung was vorne drauf soll.

Das Cover Motiv ist hier ein reines iPhone Foto.

Tipp 6: Kleine Notizen am Rande

Wenn du in 1, 2, 5 oder 10 Jahren durch das Buch blätterst, weißt du vermutlich nicht mehr genau wo was war. Oft fragen auch Freunde nach Reisetipps und dann ist es praktisch wenn man offline einfach nachschauen kann wie das tolle Restaurant hieß auf Cay Caulker oder wo genau dieser eine Strand war… Also habe ich in dezenter Schrift hin und wieder kleine Bilduntertitel ins Bild geschrieben. Helvetica, weiß, 14. Wenn ich es mir gedruckt anschaue hätte Schriftgröße 9 (ganz klein und dezent) aber auch gereicht.

Tipp 7: Veredelung

Um einen kleinen Aufpreis kann man die Schrift am Titelblatt veredeln lassen mit gold, silber oder roségold. Der Druck sich dann sichtbar glänzend und spürbar vertieft. Ich hab mich schlussendlich dagegen entschieden, weil es mir dann doch zu kitschig vorkam. Für ein anderes Fotobuch (zB Hochzeit) ist es aber sicherlich eine coole Option!

Tipp 8: Bildausschnitte wählen

Neben einer automatischen Bildoptimierung im Labor (habe ich ausgeschaltet), kann man seine Bilder auch selbst optimieren und bearbeiten. Wichtig ist es aber auch mit Bildausschnitten zu spielen – man muss schließlich (gerade bei solchen Collage-Seiten) nicht immer das ganze Bild zeigen um ein schönes, interessantes Foto zu haben. Manchmal erzählt ein Ausschnitt auch mehr als das gesamte Bild.

Tipp 9: Mattes Papier

Ich mag glänzende Fotobücher nicht so gerne, mir gefällt es lieber matt. Also habe ich lieber mehr für besseres Papier gezahlt. In meinem Fall bei 82 Seiten lag der Preisunterschied bei 24,60€ zwischen Digitaldruck matt und Premium matt. Diese Entscheidung kann man ganz zum Schluss noch treffen, wenn das Buch inhaltlich bereits fertig ist. Je mehr Seiten desto mehr kostet es natürlich, daher finde ich diese Option zum Schluss mit den Preisen spielen zu können gut. Die Qualität vom Premium Matt Papier gefällt mir sehr gut, fühlt sich super an und kommt vor allem bei hellen Motiven gut raus. Bei Großteils dunklen Fotos geht der Kontrast verloren, da würde ich mich vielleicht für ein anderes Papier entscheiden.

Tipp 10: Reiseinfos

Ein Fotobuch von einer Reisemacht man im Normalfall für sich selbst oder jemand mit dem man gereist ist, nicht für die Öffentlichkeit. Ich finde es schön, wenn die digitalen Erinnerungen einen Platz im Bücherregal finden und wir ab und zu die Bücher in die Hand nehmen. Deswegen habe ich ganz hinten eine Seite mit den Infos dazugeschrieben: wo wir wie lange waren und was besonders schön war. Von wann bis wann wir unterwegs waren steht auch dabei.

Tipp: macht nicht meinen Fehler und wählt unabsichtlich eine Kontur der Schrift aus! Mit 0,2 Kontur sieht die Schrift etwas verschwommen aus, aber daran bin ich selbst schuld…

Fazit

Ich konnte mein Buch zwei Wochen später im Geschäft abholen, verpackt in einem Kartonbrief und einmal in Plastik eingeschweißt. Mit den gesammelten Tipps (auch für mich) würde ich ein solches Buch sofort wieder bestellen auch wenn es doch kein ganz günstiger Spaß ist. Aber für einen mehrwöchigen Urlaub doch etwas was man eigentlich einplanen kann, schließlich gibt man rund um eine Reise ja doch immer auch noch Geld für diverse Gadgets aus.

Von so einem Fotobuch hat man lange was und meiner Meinung nach ist es ist viel schöner und haltbarer als eingeklebte Fotos in einem Album, wo sich früher oder später immer der Kleber löst, etwas zusammen klebt oder die Schrift verschmiert ist. Händische Notizen mit einem feinen Stift könnte man ja übrigens trotzdem noch hinzufügen, falls das gedruckte Buch einem zu unpersönlich ist.

Ich hoffe die Tipps helfen euch weiter beim Erstellen. Viel Spaß!